Nachlese zur Fachtagung

Nachlese zur Fachtagung 2020: DIENSTAG, 27.10.2020

  • Vortrag und Diskussion: Das Recht auf Wohnen in der Krise der Pandemie
    Christoph Reinprecht – Universität Wien

Die Krise der Pandemie verschärft die Krise (und die sozialen Ungleichheiten) des Wohnens. Es geht um Leistbarkeit, Wohnsituation und Wohnqualität, vor allem aber auch um Vorstellungen des guten Wohnens. Das Recht auf Wohnen geht über das Recht auf Behausung (ein Dach überm Kopf haben) hinaus; es bezieht sich auf sozial abgesicherte und selbstbestimmte, sozialräumlich eingebettete und zugleich offene, ja, solidarische Wohnverhältnisse. Wie ließe sich ein solches Recht auf Wohnen gegen den gesellschaftspolitischen Backlash, der in der Krise der Pandemie auch das Wohnen kontaminiert hat (Stichwort neues Biedermeier), durchsetzen?

Hier geht es  zur Videoaufzeichnung des ersten Tages (Aufgrund von technischen Problemen fehlt leider der Beginn)

UNTERLAGEN zum Nachlesen Vortrag Reinprecht: Reinprecht Unterlage

  • Vortrag und Diskussion: Die Zukunft des Sozialstaats
    Barbara Blaha – MOMENTUM Institut

Der Sozialstaat hat in der Corona-Krise Millionen von Menschen vor dem gesundheitlichen und wirtschaftlichen Absturz bewahrt. Ein gut ausgebautes Gesundheitswesen, Arbeitslosenunterstützung oder Kurzarbeit erwiesen sich als unverzichtbar. Gerade in Österreich haben sich aber auch die Defizite offenbart: Ein zu niedriges Arbeitslosengeld oder das ausbeuterische System der 24-Stunden-Pflege stellen viele Menschen vor existenzielle Probleme. Wie können wir daher den Sozialstaat weiterentwickeln

UNTERLAGEN zum Nachlesen Vortrag Blaha:

Nachlese zur Fachtagung 2020: MITTWOCH, 28.10.2020: VORMITTAG

  • Vortrag: Registrierte Obdach- und Wohnungslosigkeit in Österreich
    Thomas Glaser – Statistik Austria
    Christian Beiser – Caritas der Diözese Feldkirch, BAWO Obfrau-Stellvertreter

Im Rahmen des Indikators „registrierte Obdach- und Wohnungslosigkeit“ werden von Statistik Austria Obdachlose mit Hauptwohnsitzbestätigung sowie Personen, die in Einrichtungen für Obdach- bzw. Wohnungslose registriert sind, gezählt. Mit Hilfe der BAWO wurde die Messung des Indikators gemäß der ETHOS Typologie überarbeitet. Mit dieser fachlich fundierten Basis konnte die Zeitreihe von 2008-2018 aktualisiert und registerbasierte Auswertungen zur soziodemographischen Struktur der registrierten Obdach- und Wohnungslosigkeit durchgeführt werden. Im Vortrag werden die Ergebnisse der aktualisierten Registerauswertung präsentiert, zusammen mit einem Einblick in das gemeinsame Projekt von BAWO und Statistik Austria.

UNTERLAGEN zum Nachlesen Vortrag Beiser/Glaser:  Beiser Vortrag; Glaser Vortrag;

  • AK 1    Überleben in einer ver – rückten Arbeitswelt
    Christian Aichmayr

In unserer Leistungsgesellschaft schaffen viele Menschen das vorgegebene Tempo nicht mehr: So jagt eine Neuerung die andere. Die einst getrennten Sphären von Arbeit und Freizeit verschwimmen – ständige Erreichbarkeit ist oft eine fixe Vorgabe. Dienstnehmer*innen müssen sich selbst organisieren, vermarkten und wirtschaftliche Verantwortung tragen. Für eine „normale“ solide Arbeitsleistung gibt es kaum mehr Wertschätzung. Erwartet wird, oftmals an und über die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit und Gesundheit zu gehen. Damit ist das Thema „Burnout“ in der gesellschaftspolitischen Mitte angekommen. Im Workshop wird ein Überblick über die Entwicklung der Dynamik von „Burnout“ gegeben und gemeinsam erarbeitet, welche Handlungsmöglichkeiten sinnvoll wären, um trotz des ständig steigenden Effizienzdruckes am Arbeitsplatz gut mit den eigenen Ressourcen haushalten zu können.

UNTERLAGEN zum Nachlesen AK1: Aichmayr Unterlage 1, Achmayr Unterlage 2, Aichmayr Unterlage 3

  • AK 2    Peer-Arbeit bewegt das Feld, uns, die Nutzer*innen, die Gesellschaft, die Profession, …?
    Andrea Pilgerstorfer – neunerhaus; Christoph – Peer-Mitarbeiter

Peers haben Einrichtungen erfahren und erlebt – diese Erfahrungen konnten sie im Rahmen der Ausbildung (Zertifikats-Kurs Peers der Wohnungslosenhilfe Wien) reflektieren und bringen nun als ausgebildete Peers eine weitere Perspektive in die Teams ein. Partizipation und Empowerment von Nutzer*innen sind wesentliche Zielorientierungen der Wohnungslosenhilfe. Peer-Arbeit ermöglicht es Betroffenen direkt teilzuhaben, Selbstwirksamkeit zu erleben und Lebensereignisse als Kompetenzen wahrzunehmen. Peers bewegen das Feld und wirken auf mehreren Ebenen. In diesem Workshop werden an Hand der Erfahrungen der Peer Projekte der Wiener Wohnungslosenhilfe (2018 – laufend) die Herausforderungen und Highlights diskutiert.

UNTERLAGEN zum Nachlesen AK2: Pilgerstorfer Unterlage

  • AK 3    Vernetzung obdachlose EU-Bürger*innen
    Peter Chwistek – Wiener Rotes Kreuz; Manuela Krivda – Caritas der ED Wien

Die BAWO hat es sich zum Ziel gesetzt, Raum für Austausch rund um das Thema obdachlose EU-Bürger*innen zu schaffen. Das Vernetzungstreffen findet zweimal jährlich statt und richtet sich an alle Praktiker*innen und Interessent*innen, die mit obdachlosen EU-Bürger*innen arbeiten. Der zur Diskussion stehende Personenkreis stellt eine sehr heterogene Zielgruppe dar, meist geprägt von fehlenden Ansprüchen auf Sozialleistungen und weiterführende Angebote der

Wohnungslosenhilfe, wodurch die Betroffenen durch jegliches Hilfesystem fallen. Neben dem persönlichen und fachlichen Austausch wollen wir gemeinsam Forderungen und konkrete Handlungsvorschläge erarbeiten, um die Situation und Bedarfe obdachloser EU-Bürger*innen transparent zu machen und nachhaltige Verbesserungsvorschläge zu initiieren.

UNTERLAGEN zum Nachlesen AK3: AK-3-Unterlagen

  • AK 4    Wohnpolitisches Forum, Dialog zu Wohnrecht – Wohnbau – Wohnungsmarkt – Wohnungsbestand -Vergabe – Recht auf Wohnen
    Gerlinde Gutheil-Knopp-Kirchwald – GBV
    Roswitha Harner – BAWO
    Walter Rosifka – AK Wien
    Barbara Ruhsmann – Wohnrechtskonvent

Das österreichische Modell des sozialen Wohnbaus feiert aktuell das hundertjährige Bestehen. Eine Zeit, in der viel erreicht wurde, die Errungenschaften jedoch im Sinne von Mieter*innen sowie wohnungssuchenden Menschen nicht nachhaltig gesichert werden konnten. Zu groß sind die Begehrlichkeiten in Hinblick auf Wohneigentum sowie auf die profitable Verwertung von Wohneigentum. Dem steht, unter Verzicht auf die verfassungsmäßige Verankerung eines individuell einklagbaren Grundrechts auf Wohnen, ein denkbar schwaches gesetzliches Regulativ gegenüber. Ein Blick auf die aktuelle Befindlichkeit der kommunalen Wohnungs“Märkte“ (z.B. Salzburg, Innsbruck, Wien) verdeutlicht die Brisanz:

  • Verknappung und Verteuerung von Grund und Boden
  • Konzentration von Wohnungsbeständen in der Hand einzelner Kapitalgesellschaften
  • Zunahme von Leerstand und irregulärer Nutzung von Wohnungen
  • überproportionaler Preisanstieg im Segment der privaten Mietwohnungen
  • wachsende Kostenbelastung der Haushalte durch Miet- und Betriebskosten

Dem privaten Mietwohnungsangebot (60% der neuen Vertragsabschlüsse sind Privatvermietungen, überwiegend befristet und unvergleichlich teuer) steht ein tendenziell schrumpfender Bestand an Gemeinde- oder Genossenschaftswohnungen gegenüber. Vor dem Hintergrund wachsender Herausforderungen an kommunale / regionale Wohnpolitik stellen wir in diesem Forum unterschiedliche Positionen und Vorschläge zur Realisierung des Zielrahmens „Wohnen für Alle“ zur Diskussion.

UNTERLAGEN zum Nachlesen AK4: Unterlage Gutheil-Knopp-Kirchwald; Unterlage Harner; Unterlage Rosifka

Nachlese zur Fachtagung 2020: MITTWOCH, 28.10.2020: NACHMITTAG

  • Vortrag: Um wen es sich zu kümmern lohnt. Zur diskriminierenden Wirkung einer algorithmusbasierten Arbeitsplatzvermittlung.
    Heiko Berner – FH Salzburg

Das österreichische Arbeitsmarktservice (AMS) ist Finanzier, Besteller und „Platzanweiser“ für arbeitsmarktbezogene Qualifizierungsmaßnahmen. Zum Zweck der Effizienzsteigerung plante das AMS für das Jahr 2021 die Einführung eines automatisierten, datenbasierten Prognosemodells, das die Entscheidung, welche Unterstützungs- und Qualifizierungsleistungen Arbeitssuchende erhalten sollen, in Zukunft maßgeblich beeinflussen sollte. Der Vortrag stellt die Funktionsweise und den Kontext des sogenannten „AMS-Algorithmus“ vor, berichtet von den Argumenten, die für und wider seine Einführung in der öffentlichen Diskussion vorgebracht wurden, und bezieht in dieser Diskussion schließlich selbst Position. Der entscheidende Kritikpunkt des Vortragenden am AMS-Algorithmus ist dessen diskriminierender Charakter.

UNTERLAGEN zum Nachlesen: Berner Unterlage

  • AK 5    Auswege aus der Armutsmigration
    Michaela Haunold – Caritas Linz
    Belinda Paulak – Caritas der Diözese Feldkirch
    Alina Kugler – Arbeitsmarktberatung / Plattform Menschenrechte Salzburg
    Zaklina Radosavljevic – TRAJO / Wien

Wenn wir von Armutsmigration reden, stehen zumeist Betteln und Bettelverbot im Vordergrund. In unserem Workshop wollen wir stattdessen Optionen der Erwerbsbeteiligung in den Fokus rücken und Erfahrungen und Beobachtungen zu den unterschiedlichen Strategien der prekären Selbstständigkeit, z.B. im Kontext des Verkaufs von Straßenzeitungen, von Gelegenheitsarbeit, z.B. im Kontext des Arbeitsstrichs, bzw. kurzfristiger Engagements als Hilfsarbeiter*in im Kontext von Leiharbeitsfirmen oder regulärer Erwerbsarbeit, z.B. als Hausbetreuer*in etc. behandeln. Im Einzelnen werden wir uns folgenden Themenschwerpunkten widmen:

Themenblock 1: Eröffnung von Zugängen zu (dauerhaftem?) Erwerbseinkommen
Themenblock 2: begleitende Unterstützung zur Regelung von anstehenden Problemen bzgl. Unterkunft, Bankkonto, Mobilität etc. sowie ergänzende Angebote, z.B. Sprachkurs, arbeitsrechtliche Beratung, Kontakt mit Arbeitsgeber*innen etc.
Themenblock 3: Gestaltung des Übergangs von der (temporären) Armutsmigration zu Arbeitsmigration und Aufenthaltsverfestigung
Ablaufplan: Der Workshop stellt ein Austauschforum dar, in dem Vertreter*innen verschiedener Einrichtungen und Initiativen aus Österreich jeweils Beobachtungen und Erfahrungen aus ihrer Praxis zu den einzelnen Themenschwerpunkten vorstellen. Im Plenum gibt es anschließend an die kurzen Inputs (jeweils 5 Minuten) die Möglichkeit, Fragen zu stellen, eigene Beobachtungen vorzustellen und gemeinsam Lösungsvorschläge und Auswege aus dem Skandal der Armutsmigration zu entwickeln.

UNTERLAGEN zum Nachlesen AK5:

  • AK 6    Wenn Sexarbeit Arbeit ist…kann das denn wirklich sein?
    Eva Van Rahden – Volkshilfe Wien
    Angelika Wolf – Lebens- und Sozialberaterin

Dieser Workshop richtet sich an alle, die im beruflichen Kontext mit Sexarbeiter*innen zu tun haben oder mehr über diesen Bereich erfahren wollen. Wir informieren Sie über die aktuelle rechtliche Situation in Österreich und geben einen Einblick in die Beratungs- und Unterstützungsangebote. Anhand unserer langjährigen Arbeit im Bereich des „Rotlichtes“ werden folgende Themen behandelt:
Wie soll ein Unterstützungsangebot gestaltet werden, damit eine Sexarbeiter*in dieses gut annehmen kann? Wie sehen Lebensrealitäten von Sexarbeiter*innen aus? Wie ist es möglich, eigene Bilder und Vorannahmen zu hinterfragen? Wie ist meine Haltung zum Thema? Nach einem inhaltlichen Input soll genug Zeit für Fragen und Austausch bleiben.

UNTERLAGEN zum Nachlesen AK6: van Rahden/Wolf_Unterlage 1; van Rahden/Wolf_Unterlage 2

  • AK 7    Von Orten der letzten Zuflucht zu Orten der Möglichkeiten. Chancenhäuser als neue Form der Akutversorgung in der Wiener Wohnungslosenhilfe
    Kurt Gutlederer – Fonds Soziales Wien
    Iris Krainer – Fonds Soziales Wien
    Gabriele Mechovsky – Obdach Wien
    Günther Spitzer – Caritas der Erzdiözese Wien

Chancenhäuser bieten obdachlosen Menschen rund um die Uhr einen voraussetzungslosen Zugang zu qualitativ hochwertiger Notunterbringung und unmittelbare sozialarbeiterische Beratung in Bezug auf ihre Wohnperspektive. Sie haben in Wien die Nachtquartiere ersetzt und leisten einen wesentlichen Beitrag, die Verfestigung von Obdachlosigkeit zu verhindern. Nach Inputs zu Konzept, Implikationen für das Wiener Hilfesystem, Erfahrungen und Ergebnissen aus der Praxis diskutieren wir Herausforderungen, Potenziale und Grenzen des neuen Angebots.

UNTERLAGEN zum Nachlesen AK7: Unterlage Chancenhäuser; Unterlage Chancenhaus Grangasse

  • AK 8    Lösungsfokussierte und ressourcenorientierte Beratung in der Arbeit mit Wohnungslosen
    Peter Kriegl – Institut für lösungsfokussierte Praxis in Wien    

In diesem Workshop sollen die Grundzüge und wesentlichsten Techniken des lösungsfokussierten Ansatzes vermittelt werden und anhand konkreter Fälle der Teilnehmer*innen veranschaulicht werden. Inhalte/Methoden: Lernen und Üben lösungsfokussierter Interventions- und Fragetechniken, sowie „Werkzeuge“ insb. die Falllandkarte.
Kurze Theorie- und MethodeninputsÜbungen bzw. Auseinandersetzung mit exemplarischen Fällen aus der Praxis der Workshopteilnehmer*innen.

UNTERLAGEN zum Nachlesen AK8:

Nachlese zur Fachtagung 2020: DONNERSTAG, 29.10.2020

  • Wohnungslos und Corona
    Virtueller Raum für Austausch und Vernetzung in Break-Out Gruppen und im Plenum (Perl)
  • Break-Out Gruppen zum Thema:
    Wie hat Covid-19 mein Arbeitsleben und das Leben meiner Klient*innen in Bezug auf spezifische Handlungsfelder verändert? Gemeinsam wurde reflektiert und analysiert, wie sich das Virus auf die Wohnungslosenhilfe ausgewirkt hat. Wie steht es um unsere Grundrechte? Wie um Versammlungsfreiheit, das Recht auf Aufenthalt im öffentlichen Raum, das Recht auf (Sex)-Arbeit?

All diese Fragen sind in den Break-Out-Gruppen zu den unterschiedlichen Aspekten der Krise diskutiert worden. Am Ende ist ein Gesamtbild gemacht worden, das die Ambivalenzen der Auswirkungen der Maßnahmen widerspiegelt und Handlungsleitlinien für eine bessere Zukunft aufzeigt.

Handlungsfelder: Zugang zu Sozialen Rechten (Susanna Paulweber), Öffentlicher Raum (Alina Kugler), Digitalisierung (Lisa Schittenkopf, Stephanie Dixer), Delogierungen und Wohnungssicherung (Robert Blum), Prostitution (Eva van Rahden), Frauen (Anja Bischeltsrieder)

UNTERLAGEN zum Nachlesen: Ergebnisse aus den Break-Out-Gruppe

  • Vortrag: Wohnungslos während Corona – und Lehren für die Wohnungslosenhilfe der Zukunft
    Elisabeth Hammer – Geschäftsführerin neunerhaus, BAWO-Obfrau

Während der COVID-19-Pandemie wurden soziale Ungleichheiten und Ausschlüsse sowie bestehende Versorgungslücken und Vulnerabilitäten wie durch eine Lupe verstärkt sichtbar. Während sich das staatliche Krisenmanagement an der Normgesellschaft orientierte, wurden die Umstände von Alltagsleben und Existenzsicherung obdach- und wohnungsloser Menschen wenig berücksichtigt. Diese waren jedoch in städtischen Ballungsräumen besonders von den Einschränkungen, die ihnen die Erfüllung fundamentaler Grundbedürfnisse erschwerten, betroffen: Einschränkungen beim Zugang zum Wohnen und bei der Gesundheitsversorgung, Betretungsverbote im öffentlichen Raum sowie der mangelhafte Zugang zu Information sind nur einzelne Beispiele für Einschränkungen von Grund- und Menschenrechten für obdach- und wohnungslose Menschen, die insb. im Zuge des Lockdowns zu verzeichnen waren. Auch auf den ersten Blick positive Neuerungen wie die Möglichkeit zur Antragstellung via E-Mail müssen im Hinblick auf Barrieren für obdach- und wohnungslose Menschen hinterfragt werden und ebenso die nachhaltige Wirkung von Maßnahmen wie der Aussetzung von Delogierungen, die aufgrund von Verzinsungen und der kurzen Dauer des Aufschubs wohl nicht geeignet sein wird, die wirtschaftlichen und existenziellen Folgen der Pandemie abzufangen. Die Ambivalenz zeigt sich auch auf Ebene der häufig weiblichen Mitarbeiter*innen der Wohnungslosenhilfe: So wurde zwar auf die „Systemrelevanz“ sozialer Organisationen hingewiesen, gleichzeitig aber die finanzielle Abgeltung – bei erschwerten Arbeitsbedingungen im Zuge der Pandemie – strukturell wenig verbessert.