Nachlese BAWO Fachtagung 2022

NACHLESE ZUR BAWO-FACHTAGUNG 2022

DAS WAR DIE BAWO-FACHTAGUNG 2022 vom 09. bis 11. Mai in Wien

ERÖFFNUNG und BEGRÜßUNG

Endlich war es wieder soweit, und die BAWO-Fachtagung konnte nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause wieder als Präsenzveranstaltung in Wien stattfinden. Groß war die Freude, ca. 300 Teilnehmer:innen im Kongresszentrum roomz Prater in Wien zu begrüßen. Spannende Vorträge, 18 thematisch breit gefächerte Arbeitskreise und zwei Exkursionen, ins neunerhaus und zur IBA, haben Gelegenheit gegeben, sich auszutauschen und vernetzen, gemeinsam zu lernen und zu diskutieren.

Nach der Eröffnungsrede durch die BAWO-Obfrau Elisabeth Hammer haben Sozialminister Johannes Rauch, Stadtrat Peter Hacker und vwbf-Obmann Michael Gehbauer unsere Gäste begrüßt.
Hier ein paar Impressionen von der Eröffnung der BAWO-Fachtagung 2022.

BAWO-Obfrau Elisabeth Hammer

Montag, 09. Mai 2022

Frauenvernetzung der BAWO

Gestartet haben wir traditionellerweise auch dieses Mal mit der BAWO-Frauenvernetzung, die von Brigitta Zierer, der ehemaligen Leiterin des Department Soziales an der FH Campus Wien und aktuell Unternehmensberaterin, Supervisorin und Trainerin, moderiert wurde.
Inhalt:  Mitarbeiterinnen der österreichweiten Wohnungsloseneinrichtungen hatten einmal mehr die Gelegenheit, sich dem Thema der weiblichen Wohnungslosigkeit und deren Sichtbarmachen in Zeiten der Pandemie zu widmen. Auch die daraus resultierende Frage, welche Aufgaben auf die bundesweite Frauen*vernetzung warten, wurde erarbeitet und diskutiert.
Dokumentation:   Willkommen Frauenvernetzung | Handout Frauenvernetzung | Ergebnisse Frauenvernetzung | Fotoprotokoll Frauenvernetzung

Vortrag und Diskussion “zuhause ankommen” – Bernd Rohrauer

Die eigentliche Fachtagung hat mit einem Bericht von Bernd Rohrauer zum  Projekt “zuhause ankommen” begonnen. Ein Projekt, das den Zugang zu gemeinnützigen Wohnbau für armutsbetroffene Menschen öffnet.
Dokumentation: Arbeitsunterlage Bernd Rohrauer

Diskussionsrunde “Was kann der Wohnungsmarkt? – Wolfgang Amann, Gerlinde Gutheil-Knopp-Kirchwald, Georg Niedermühlbichler und Klaus Wolfinger

Anschließend wurde in einer Podiumsdiskussion das Thema “Was kann der Wohnungsmarkt?” und was braucht es , damit alle Menschen am leistbaren Wohnen partizipieren können von Vertreter:innen des kommunalen, gemeinnützigen und privaten Wohnbaus und aus der Wissenschaft diskutiert.

Nach dem Abendessen ging es weiter mit einer Buchpräsentation. Die Architektin und Aktivistin Gabu Heindl hat ihr Buch Stadtkonflikte vorgestellt.

Buchpräsentation: Stadtkonflikte – Radikale Demokratie in Architektur und Stadtplanung – Gabu Heindl
Dokumentation: Buchpräsentation Gabu Heindl

Verabschiedung von Vorstandsmitgliedern der BAWO

Als feierlicher Abschluss des Tages wurde den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern Heinz Schoibl, Renate Kitzman, Christian Perl, Anja Bischeltsrieder, Petra Theisl und Robert Blum für ihre Leistungen und Verdienste gedankt. In der Laudatio würdigte die Obfrau Elisabeth Hammer ihre Verantwortung, die sie gegenüber der BAWO lange Jahre hindurch gezeigt haben.

Fotodokumentation des ersten Tages der BAWO-Fachtagung 2022

Dienstag - Vormittag, 10. Mai 2022

Der Dienstag hat mit einem Vortrag von Christoph Reinprecht begonnen, bevor sich die Teilnehmer:innen in 10 Arbeitskreisen spezifischen Themen der Wohnungslosenhilfe gewidmet haben.

Jenseits von Stigma, Scham, Verantwortung: Wohnungslosigkeit als generalisiertes Risiko – Christoph Reinprecht (Universität Wien)

Inhalt:
Soziale Beschämung ist eine der wirkungsvollsten Strategien zur Stigmatisierung von Wohnungslosigkeit. Wie aber kann Entstigmatisierung gelingen? Ausgehend von den Ergebnissen einer aktuellen Studie zur Entstigmatisierung von Wohnungslosigkeit plädierte der Vortrag für ein grundsätzliches Reframing: Wohnungslosigkeit ist als ein gesellschaftlich erzeugtes, generalisiertes Risiko anzusehen, erst dann können nicht-beschämende und nicht-stigmatisierende Strategien greifen. Der Vortrag hat konkrete Ansätze für ein Reframing zur Diskussion gestellt.
Dokumentation: Arbeitsunterlage Christoph Reinprecht

AK 1
Jenseits von Stigma, Scham, Verantwortung: Wohnungslosigkeit als generalisiertes Risiko – Christoph Reinprecht (Universität Wien)

Inhalt:
Die im Vortrag präsentierten Ansätze eines Reframings sind vertiefend im Arbeitskreis diskutiert worden.
Dokumentation: noch nicht verfügbar | Fotoprotokoll 1 | Fotoprotokoll 2

AK 2
Wissen(smanagement) im Bereich der Wohnungslosenhilfe –  Anja Bischeltsrieder (FH campus Wien)

Inhalt:
Der Arbeitskreis hat eine erste theoretische Einordnung zum Thema Wissen(smanagement) mit Fokus auf den Bereich Wohnungslosenhilfe geboten. Wie wird Wissen in diesem Bereich erworben, gesichert und weitergegeben und welche Probleme und Möglichkeiten ergeben sich hierbei? Nach einem theoretischen Input gab es Raum zu Fragen und Austausch.
Dokumentation:  Wissen(smanagement) in der WLH | Fotoprotokoll 1 | Fotoprotokoll 2 | Fotoprotokoll 3 | Fotoprotokoll 4 | Fotoprotokoll 5

AK 3
Traumatisierung führt zur Obdachlosigkeit, Obdachlosigkeit zu Traumatisierungen – Psychosoziale Versuche, diesen Teufelskreis zu durchbrechen
Barbara Preitler (Hemayat)

Inhalt:
Wohnungslosigkeit kann sowohl die Folge wie auch (erneut) Ursache für schwere psychische Verletzungen sein. In diesem Arbeitskreis wurden kurz die Basis von psychischen traumatischen Verletzungen beleuchtet und darauf aufbauend Ansätze für Handlungsmöglichkeiten aufzeigt. Dabei ist die Grundlage aller Interventionen die Frage nach Sicherheit sowohl für die Menschen, die Hilfe suchen, wie auch für die HelferInnen.
Dokumentation: Handout | Skriptum Trauma | Fotoprotokoll 1 | Fotoprotokoll 2

AK 4
Integrierte Versorgung Salzburg (IVS) – vom Pilotprojekt ins Regelsystem –  Maria Kammerstetter, Bettina Pflug-Wallner, Theresa Stemeseder

Inhalt:
Im Arbeitskreis wurde die Integrierte Versorgung Salzburg (IVS) vorgestellt, deren Ziel die Etablierung eines integrativen, flächendeckenden und sektorenübergreifenden Behandlungsnetzwerkes für Klient:innen mit schweren psychiatrischen Erkrankungen ist. Diese aufsuchende multi-professionelle Versorgungsstruktur in Form von „Assertive-Community-Treatment-Teams“ (ACT-Teams) dient in erster Linie der psychosozialen Stabilisierung und der Reduktion von Klinikaufenthalten.
Dokumentation: Unterlage IVS | Fotoprotokoll | Fotoprotokoll 2

AK 5
Gewalt an wohnungslosen Frauen –
Anna Aszódi  (Arbeiter-Samariterbund Wien), Michaela Egger (GSZ NÖ), Julia-Daphne Lösch (LPD Wien)

Inhalt: Die bundesweite Frauen*vernetzung zum Thema weibliche* Wohnungslosigkeit will durch ein Positionspapier zu Gewalt gegen wohnungslose und obdachlose Frauen* auf zahlreiche Missstände hinweisen, die zu fehlenden Schutzräumen, mangelndem Rechtsschutz, Ausschlüssen und folglich aussichtslosen Situationen für betroffene Frauen* führen. Gemeinsam mit einer Gewaltschutzexpertin und Polizei sind auf Basis des Positionspapiers Lösungen und Strategien sowie bessere Kooperationen diskutiert worden, um Gewalt gegen wohnungs- und obdachlose Frauen zu beenden.
Dokumentation:  Unterlage-AK5 | Positionspapier | Forderungen | Fotodokumentation 1 | Fotodokumentation 2 | Fotodokumentation 3

AK 6
Zielgruppe LGBTQIA+ Personen: Angebote und Strukturen weiterentwickeln! Marlene Mutschmann-Sanchez (Volkshilfe Wien), Bas Wallisch (Verein soqi., neunerhau), Richa Thakur (Caritas Wien)

Inhalt:
Der Arbeitskreis beschäftige sich mit der Frage, wie Vernetzung, Angebots- und Strukturentwicklung in der Wohnungslosenhilfe für die Zielgruppe LGBTQIA+ Personen aussehen können. Anhand von vier Beispiel-Projekten, die in unterschiedlichen Bereichen (von Einrichtungs-, über Landes- bis zur Vereinsebene) entstanden sind, wurden diese Fragen geklärt und diskutiert.
Dokumentation: noch keine Unterlagen verfügbar | Fotodokumentation 1 | Fotodokumentation 2 | Fotodokumentation 3

AK 7
Sucht und psychische Erkrankungen: ein multiprofessioneller Behandlungsansatz – Walter North (Verein Dialog), Hendrikje Stegmann (Verein Dialog)

Inhalt:
Suchtkranke und zugleich wohnungslose Menschen sind meist besonderen Belastungen ausgesetzt – Konsum, Abhängigkeit und Wohnungslosigkeit beeinflussen sich oft gegenseitig. Ein Großteil der suchtmittelabhängigen Personen leidet zudem an weiteren psychischen Erkrankungen. Diese Kombination führt nicht selten zu multiplen Problemlagen für die Betroffenen und ist teils sehr herausfordernd für alle beteiligten Professionist:innen. In diesem Workshop ist der akzeptanzorientierte multiprofessionelle Behandlungsansatz des Verein Dialog vorgestellt worden , und mit den Teilnehmer:innen sind anhand von mitgebrachten Fallbeispielen neue Lösungsansätze erarbeitet worden.
Dokumentation: AK7-Arbeitsunterlage  |  Fotodokumentation | Fotodokumentation

AK 8
Lokale Ansätze zur Unterstützung von Migrant:innen mit prekärem Aufenthaltsstatus –
Simon Güntner (TU Wien), Adrienne Homberger  (TU Wien)

Inhalt:
Ein regulärer Aufenthaltsstatus ist eine zentrale Voraussetzung für den Zugang zu öffentlichen Leistungen der Daseinsvorsorge. Dies grenzt verschiedene Gruppen aus, die auf Unterstützung angewiesen sind. In zahlreichen Städten sind daher pragmatisch Angebote aus der Zivilgesellschaft heraus entstanden, die diese Lücke füllen. Sie sind Ansatzpunkte für eine städtische Solidarität, aber in ihrer Reichweite begrenzt. Basierend auf den Erkenntnissen des europäischen Forschungsprojekts LoReMi wurden diese Ansätze vorgestellt und kritisch diskutiert.
Dokumentation: LoReMi | Fotodokumentation 1 | Fotodokumentation 2 | Fotodokumentation 3

AK 9
Soziale Arbeit und Neoliberalismus: Die unendliche Geschichte? Mirjam Bauer (VinziTel Graz), Peter Linhuber (VinziDach Salzburg)

Inhalt:
Die Diskussion um die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit und den Einfluss des Neoliberalismus ist selbst im Mainstream bereits seit langem anerkannt, die Auseinandersetzung der Kritischen und Radikalen Sozialen Arbeit mit der Ökonomisierung geht noch weiter zurück. Wieso sich dann weiter mit dem Thema beschäftigen? Noch immer hat der Neoliberalismus, beispielsweise über das New Public Management, Einfluss auf das tägliche Handeln von Sozialarbeiter:innen (und Nutzer:innen), und solange diese Auswirkungen bestehen, muss man über sie reflektieren, sie analysieren und mögliche Gegenstrategien entwerfen. Der Arbeitskreis gab Möglichkeit, aus Perspektive der Kritischen und Radikalen Sozialen Arbeit über ausgewählte Aspekte des neoliberalen Einflusses auf die Soziale Arbeit individuelle Handlungsspielräume zu identifizieren.
Dokumentation: Soziale Armut-Neoliberalismus | Sozialstaat-Ökonomisierung-Soziale Arbeit | Fotodokumentation | Fotodokumentation

AK 10  Exkursion neunerhaus

Die Exkursion hat zu drei niederschwelligen Einrichtungen von neunerhaus geführt: das Gesundheitszentrum, das Café und die Tierärztliche Versorgung. Bis auf letzteres war zum Zeitpunkt der Führung überall Betrieb. Im Anschluss gab es Gelegenheit zum Austausch und offene Fragen zu beantworten.

Fotodokumentation Vortrag Christoph Reinprecht

Dienstag - Nachmittag, 10. Mai 2022

Der Dienstag Nachmittag startete mit einem Vortrag von Freek Spinnewijn (FEANTSA) zum Thema:

The role of the EU in the fight against homelessness: unprecedented opportunities

Inhalt: During the last few years homelessness has become a social policy priority for the EU.  This comes with a range of unprecedented opportunities to engage in European activities and access EU funding.  With the launch of the EU Platform for Combatting Homelessness in June 2021, the EU now has a solid instrument to support Member States in their efforts to combat homelessness. Freek presented the latest developments and tried to explain how Austria can benefit from the focus on homelessness in EU’s social policies.
Dokumentation: Presentation Freek Spinnewijn

Nach dem Vortrag gab es wieder die Möglichkeit, spezifische Themaktiken rund um das Thema Wohnungslosigkeit in zehn Arbeitskreisen vertiefend zu behandeln.

AK 11
The EU Platform for Combatting Homelessness: what to expect and how to engage? Freek Spinnewijn (FEANTSA) in englischer Sprache

Inhalt: The EU Platform is a formal body in which all Member States, including Austria, are represented.  With the signing of the Lisbon Declaration (2021) the 27 Member States committed to work on homelessness at EU level and make substantial progress towards ending homelessness by 2030.  The Platform will focus on data collection, policy support, mutual learning, and access to EU funding and financing.  Freek presented in some detail how the Platform works, what activities are being planned, and how BAWO and its members/partners can use it as an instrument of advocacy.
Dokumentation: Contribution Freek Spinnewijn | Fotokumentation 1 | Fotodokumentation 2

AK 12
Obdachlos –
psychisch krank – ausgegrenzt
existentielle Notlagen obdachloser und psychisch kranker Frauen –
Heinz Schoibl (Helix Forschung und Beratung)

Inhalt: Im Zeitraum 5/2020 bis 5/2021 konnten in der Stadt Salzburg insgesamt 48 Frauen mit psychischen Erkrankungen in Salzburg dokumentiert werden. Die in der Studie des Forum WLH Salzburg dokumentierten Frauen sind chronisch bzw. wiederholt obdachlos, stehen in mehr / minder regelmäßigem Kontakt mit Sozial- / Gesundheits- oder Gewaltschutzeinrichtungen, können jedoch Hilfeangebote zur Bewältigung ihrer existenziellen Notlage nicht nachhaltig nutzen. Ihre Lebenslagen zeichnen durch die Kumulation aus Einkommensarmut, sozialer Ausgrenzung, Obdachlosigkeit und einem je individuellen Mix aus chronischen physischen und psychischen Krankheiten aus. Gemeinsam ist diesen Frauen die Kombination aus fehlender Krankheitseinsicht sowie ausgeprägter Ablehnung institutioneller Hilfen, sprich: Non-Compliance. So kommt es zu einer Kumulation von sozialen Problemlagen, gesundheitlichen Belastungen sowie einer nachhaltigen Hilflosigkeit der Helfer:innen.
Im Arbeitskreis sind Überlegungen angestellt worden, wie die WLH die Frauen dabei unterstützen kann, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Dokumentation: Kurzprotokoll AK12 | Bericht u. Konzept obdachlose Frauen | Bericht Erhebung obdachlose Frauen mPE | Fotodokumentation 1 | Fotodokumentation 2 | Fotodokumentation 3

AK 13
Regionalisierung und De-Institutionalisierung in der Wohnungslosenhilfe – (wie) geht das zusammen? –  Christian Beiser (Caritas Vorarlberg, BAWO-Vorstandsmitglied) und Stefan Hindinger ( „Mosaik–Wohnungssicherung/Notschlafstelle/Integration“ Vöcklabruck-Gmunden, BAWO-Vorstandmitglied.

Inhalt: Angebote der Wohnungslosenhilfe sind meist auf größere städtische Ballungsräume zentriert. Bemühungen zu einer Regionalisierung von Angeboten kämpfen häufig mit Widerständen aufseiten von Fördergebern.
Im Arbeitskreis sind am Beispiel zweier Bundesländer – Oberösterreich und Vorarlberg –Möglichkeiten und Ansätze der Regionalisierung exemplarisch beleuchtet und vor dem Erfahrungshintergrund der Teilnehmenden miteinander diskutiert und vertieft worden. Dabei sind auch die Effekte (Stichworte: Ambulantisierung und De-Institutionalisierung und Potenziale (Stichwort: Sozialräumliche Öffnung) beleuchtet worden.
Dokumentation: Präsentation Christian Beiser | Präsentation Stefan Hindinger | Wichtige Punkte | Fotodokumentation 1 | Fotodokumentation 2 | Fotodokumentation 3

AK 14
Niederschwellige Wohnungslosenhilfe – heute und morgen – Zugänge, Standards und Visionen für 2030 – Katrin Hierzer (FH Campus Wien) und Thomas Valina (FH Campus Wien)

Inhalt: Katrin Hierzer und Thomas Valina waren Teil eines Forschungsteams der FH Campus Wien, das von 2020 bis 2021 die Wiener Chancenhäuser beforscht hat. Im Rahmen des Workshops gaben sie Einblick in die Forschungsergebnisse und berichteten dabei auch über internationale Studien, die sie im Zuge ihres Forschungsprozesses analysiert haben. (FH-Campus-Wien-Forschungsprojekt Chancenhäuser)
Gemeinsam mit den Teilnehmer:innen des Workshops wurden aktuelle Möglichkeiten und Herausforderungen im Zugang zu den Angeboten, vorhandene und erforderliche Standards und Szenarien für die Zukunft der niederschwelligen Wohnungslosenhilfe erarbeitet. Dabei sind folgende Leitfragen gestellt worden: „Wie können niederschwellige Angebote 2030 aussehen …und was braucht es dazu? Wie sehen qualitätsvolle Umsetzungen aus? Gibt es internationale role-models? Wo werden bereits gute Konzepte umgesetzt?  An welchen Regelungen und Schnittstellen liegen die zentralen Herausforderungen?
Dokumentation: ZugangStandards | fachliche Standards | Bedingungen | Perspektiven |
Ergebnispräsentation Evaluierung Chancenhäuser |

Artikel von Marc Diebäcker, Doris Stephan, Thomas Valina, Katrin Hierzer: “Akutunterbringung und -versorgung in der Wohnungslosenhilfe.” (2020). In: Soziales Kapital (Bd.24, 2020) hier
zum Anklicken. Fotodokumentation 1 | Fotodokumentation 2 | Fotodokumentation 3

AK 15
Ein- und Ausschlüsse in der Wohnungslosenhilfe. Ein Blick aus der Praxis – in die Praxis – Mara Lesjak (Volkshilfe Kärnten) und Carola Weiß (Wohnen & Arbeit)

Inhalt: Durchforstet man das Internet zum Thema Wohnungslosenhilfe, so erfährt man, dass diese für alle Menschen da ist, die über keinen dauerhaften, adäquaten und gesicherten Wohnraum verfügen. In der Realität sieht das anders aus: Stichworte: nicht-anspruchsberechtigte Personen oder jene, für die Fördergeber nicht zahlen, Kapazitäts- und Ressourcenengpässe sowie Personen, die mit den Angeboten nicht erreicht und betreut werden können  – wie etwa unbehandet psychisch kranke Personen oder jene mit einer akuten Suchtproblematik.
Weniger gern und nur in selbstkritischen Runden trauen sich Sozialarbeiter:innen über jene zu reden, die vielleicht aufgrund Team- oder persönlicher Erfahrungen Unbehagen auslösen.
In diesem Arbeitskreis sind die verschiedenen Ursachen behandelt worden, warum Personen von Angeboten der Wohnungslosenhilfe ein- oder eben ausgeschlossen sind. Die unterschiedlichen Gegebenheiten in den Bundesländern, Einrichtungen oder Teams sind verglichen worden, um voneinander zu lernen und Ideen für Handlungsspielräume zu bekommen.
Dokumentation: Ideeen zur Verringerung von Ausschlüssen | ungelöste Problemfelder | Fotodokumentation 1 | Fotodokumentation 2

AK 16
Zeit zum Reden – Psychosoziale Versorgung unabhängig von Einkommen & Versicherungsstatus – Lisa Steiner (neunerhaus) und Paula Reid (neunerhaus)

Inhalt: Mit der neuen Praxis Psychische Gesundheit reagiert neunerhaus auf den steigenden Bedarf an psychosozialer Versorgung für nichtversicherte sowie obdach- und wohnungslose Menschen. Eine Besonderheit ist die enge Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen: Gesundheits- und Krankenpflege, Sozialarbeit, Psychosoziale Beratung, Psychiatrie, Peer-Arbeit und Allgemeinmedizin. Die Praxis Psychische Gesundheit umfasst drei verschiedene Komponenten – eine psychiatrische Ordination an zwei halben Tagen pro Woche, zwei wöchentliche Gruppen (“Offen Reden” und “Frauen Reden”) und ein tägliches niederschwelliges Gesprächsangebot “Zeit Zum Reden”. Des Weiteren wird auch Unterstützung nach dem Ansatz des kontrollierten Trinkens für Menschen, die ihren Alkoholkonsum gezielt reduzieren wollen, angeboten. Lisa Steiner und Paula Reid gaben Einblicke in ihre Arbeit und stellten erste fachliche Erkenntnisse und Fallbeispiele vor.
Dokumentation: Präsentationsunterlage | Fotodokumentation 1 | Fotodokumentation 2 | Fotodokumentation 3

AK 17
Wirkungsanalyse Wohnraumsicherung- Christian Grünhaus (WU Wien) und  Anne Wehrum (Volkshilfe Wien)

Der Arbeitskreis gab eine Einführung in das Thema Wirkungsanalyse mit Fokus auf Wohnungslosenhilfe. Inhaltlich wurde der Bogen von den Gründen für eine Wirkungsanalyse über die Durchführung einer Wirkungsanalyse bis hin zum Thema Strategie und Steuerung anhand von Wirkungen gespannt. Christian Grünhaus hat typische Schritte einer Wirkungsanalyse mit Beispielen aus der Wohnungslosenhilfe vorstellt und mit den Teilnehmer:innen ausgelotet wie diese in deren Arbeit integriert werden können. Beim Thema Darstellung wurde auch die aktuelle Wirkungslandkarte der Wiener Wohnungslosenhilfe gezeigt und auf zentrale Analyseergebnisse eingegangen.
Dokumentation: Präsentationsunterlage noch nicht verfügbar | Fotodokumentation 1 | Fotodokumentation 2

AK 18
Häusliche Gewalt –
Alexander Haydn (Männerberatung Wien)

Inhalt: Der Workshop umfasste einen Vortrag und interaktive Übungen zu den Themen: Ursachen für häusliche Gewalt, Präventionsarbeit, Risiko der Obdachlosigkeit, und andere.
Dokumentation:  Arbeitsunterlage | Fotodokumentation 1 | Fotodokumentation 2

AK 19
„Was hilft wirklich?“ Jugendliche und junge Erwachsene in der Wohnungslosigkeit – Matthias Tachezy (chillout) und Maria Petersen (chillout)

Inhalt: Als anerkannte Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe, die sich für alle jungen Menschen bis 21 zuständig sieht, wurde im Arbeitskreis in einem ersten Schritt die besondere Vulnerabilität junger Menschen in der Wohnungslosigkeit aufgezeigt. Darauf aufbauend ist auf die notwendigen Unterstützungsangebote eingegangen worden und die Lücken im sozialstaatlichen Unterstützungssystem beleuchtet worden. Forderungen und Verbesserungsvorschläge sind zur Diskussion gestellt worden und vor dem Hintergrund der häufig langjährigen Gewalterfahrungen der Betroffenen insbesondere darauf eingeggangen worden, wie die Unterstützung ausgestaltet sein sollte.
Dokumentation: Arbeitsunterlage | Fotodokumentation 1 | Fotodokumentation 2

AK 20
Exkursion IBA_Wien 2022

Die Wohnanlage in der Podhagskygasse ist eines der Pionierprojekte des von der Stadt Wien 2016 gestarteten Sofortwohnbauprogramms. Die Grundidee ist dabei kostengünstigen Wohnraum auf derzeit nicht gewidmeten oder mit Bausperre belegten Grundstücken zu fördern. Das Besondere daran ist, dass die Bauten “nur” temporär errichtet werden und nach einer vorgegebenen Laufzeit (in der Podhagskygasse nach 10 Jahren) demontiert werden müssen, jedoch an einem anderen Ort wiedererrichtet werden können.
Das Projekt in der Podhagskygasse besticht durch seine enorm kurze Bauzeit und einen hohen Grad an Flexibilität. Diese Eigenschaften werden durch das leicht adaptierbare Holz-Leichtbau-Modulsystem erreicht. Die gesamte Anlage wird aufgrund der freien Anordnung von einem Grünraum durchzogen. Der Zugang zu den Wohnungen im Erdgeschoss ist barrierefrei. In Hinblick auf die Bauweise handelt es sich um eine klima- und ressourcenschonende Wohnbaulösung. Aufgrund des geförderten Wohnbaus kann darüber hinaus der Wohnraum für die Bewohner*innen leistbar gehalten werden.
Hier geht es zum Projekt Podhagskygasse

Fotodokumentation Vortrag Freek Spinnewijn (FEANTSA)

 

Mittwoch, 11. Mai 2022


Christian Perl, ehemaliges langjähriges Vorstandsmitglied der BAWO, hat uns durch den dritten Tag geführt.

Begonnen hat der Mittwoch mit einer Vorstellung des Projekts “Wohnschirm” durch Marc Pointecker und Andrea Zierler vom Sozialministerium.
Dokumentation: Präsentation “Wohnschirm”

Der Tag stand ganz im Zeichen der Wohnungssicherung.
Den Impulsvortrag dazu haben Elisabeth Hammer und Alexander Machatschke gehalten, bevor die Teilnehmer:innen im Format eines World Cafés sich den verschiedenen Aspekten und der Weiterentwicklung von Perspektiven in der Wohnungssicherung gewidmet haben.
Dokumentation: Vortrag Alexander Machatschke | Arbeitsunterlage Wohnungssicherung World Cafe | Output World Café: noch nicht verfügbar

Hier ein paar Impressionen vom World Café am Mittwoch:

Feedbacks

Am Ende des letzten Tages haben wir noch nach Eurer Meinung zur Fachtagung gefragt. Wir haben die Fragen gestellt:
W
as hat Euch gefallen?
und
Was wollt Ihr uns für die nächste Fachtagung mitgeben?

Resonanz der Teilnehmer:innen
Wir haben hier Eure Antworten bzw. Feedbacks zusammengestellt. Gerne nehmen wir Eure Inputs und Anregungen für die nächste BAWO-Fachtagung mit.

Danke
Wir bedanken uns für Eure Teilnahme, Eure Inputs und Anregungen. Wir freuen uns, wenn wir Euch nächstes Jahr wieder begrüßen dürfen.

Bis dahin wünschen wir Euch eine gute Zeit. Auf ein baldiges Wiedershen!

Euer BAWO-Team