Nachlese BAWO Fachtagung 2021

Montag, 14. Juni 2021

Vortrag:
Katharina Bohnenberger – Universität Duisburg-Essen
Fairer Wohnen durch mehr Klimaschutz? Wie Suffizienzpolitik die ökologische Wende sozial gerecht gestaltet.
Unterlage Vortrag Katharina Bohnenberger

Drei Kurzinputs:
Freek Spinnewijn – FEANTSA
Marc Pointecker – Sozialministerium
Alexander Machatschke – BAWO
Anwaltschaftliche Arbeit in der Wohnungslosenhilfe
Input Freek Spinnewijn: What role for EU in fight against homelessness
Input Alexander Machatschke: Präsentation BAWO Policy Paper: Ending homelessness – a nationwide strategie
BAWO Policy Paper: Obdachlosigkeit beenden – eine bundesweite Strategie

 

Dienstag, 15. Juni 2021 - VORMITTAG

Vortrag:
Laura Wiesböck
Ungleichheit und Krise

Der Vortrag beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise und zeigt neue und verstärkte Ungleichheiten auf. Darüber hinaus skizziert er potenzielle Auswirkungen der anhaltenden Arbeitsmarkt- und Wirtschaftskrise auf den sozialen Zusammenhalt und das Demokratievertrauen in Österreich.
Unterlage Vortrag Laura Wiesböck

AK 1
Norbert Krammer – Vertretungsnetz
Sozialhilfe Neu und die problematischen Auswirkungen

Die türkis-blaue Regierung hat mit dem Sozialhilfe Grundsatzgesetz den Grundstein für erhebliche Umwälzungen im „zweiten sozialen Netz“ gesetzt: Höchstbeträge ersetzen Mindestsicherung, Richtsätze werden reduziert, Mehrpersonenhaushalte müssen mit extremen Nachteilen rechnen und einige Personen werden gänzlich ausgesperrt. Wohnungslose Menschen müssen eine Meldeadresse und den aktuellen Aufenthalt nachweisen, Dauerleistungen wurden reduziert und zu den Wohnkosten gibt’s nur mehr einen Beitrag. Insgesamt ist die Situation sehr unübersichtlich: In einigen Bundesländern wurde das Grundsatzgesetz schon durch Ausführungsgesetze umgesetzt oder es ist vorbereitet, andere – beispielsweise Wien, Tirol und Burgenland – haben nur minimale Anpassungen vorgenommen. Da entscheidet wieder der Wohnort über die Höhe einer Sozialleistung oder im extremen Fall sogar über den Ausschluss. Im Arbeitskreis versuche ich die Struktur des Sozialhilfe-Grundsatzgesetzes vorzustellen, einen aktuellen Überblick zur „Neuen“ Sozialhilfe zu geben und auch einige Detail-Themen zu präsentieren. Gemeinsame Diskussion und Austausch über die aktuelle Umsetzung und die konkreten Erfahrungen mit dem Vollzug in den Bundesländern soll breiter Raum eingeräumt werden. Auch ein Blick auf die kritische Diskussion und den Widerstand gegen die Kürzungen sollte im Arbeitskreis Platz haben.
Unterlage AK1 Krammer

AK 2
Marianne Hammani-Birnstingl – Danaida
Daniela Zwierschitz – Danaida
Alphabetisierung und digitale Kompetenzen

Alphabetisierung bedeutet im 21. Jahrhundert mehr als Lesen und Schreiben. Neben mathematischen Grundkenntnissen sind digitale Kompetenzen zur selbständigen Bewältigung des Alltags unerlässlich. Im Workshop werden Beispiele und Erfahrungen aus der Praxis des Vereins Danaida vorgestellt und besprochen.Hammani-Birnstingl, Zwierschitz
Alphabetisierung und digitale Kompetenzen
Unterlage AK 2_Hamanni-Birnstingl_Zwierschitz Zusammenfassung&Jambord | Link zu kostenlosen Basisbildungskursen österreichweit 

AK 3
Stefan Pawlata – Verein für Männer- und Geschlechterthemen
Markus Haidinger  – Wohnungssicherung Steiermark Steiermark
Männerspezifische Wege in die Wohnungslosigkeit

In dem Workshop wird der Blick auf die VOR-GESCHICHTEN zur Wohnungslosigkeit von Männern gerichtet. Was ist das Spezifische an Männlichkeiten und männlicher Vulnerabilität? Mit kurzen Inputs und viel Austausch werden intersektionale Blicke geschärft: Männer in Verbindung mit verschiedenen Kategorien wie Alkoholabhängigkeit, Arbeitslosigkeit, ein riskanter Lebensstil oder ungleiche Bildungs- und Arbeitsmarktmöglichkeiten unter Männern. Gemeinsam werden verschiedene männerspezifische Wege in die Wohnungslosigkeit betrachtet und die kleinen versteckten Winkel beleuchtet, um unser aller Bewusstsein zu schärfen.
Präsentation AK 3_Pawlata_Haidinger

AK 4
Miriam Tobisch  – Mobile Sozialarbeit – Streetwork der Stadt Graz
Georg Prack – Wiener Rotes Kreuz
LGBTIQ-Personen und Wohnungslosenhilfe

Die Beschäftigung mit LGBTIQ+ -Themen im Bereich der Wohnungslosenhilfe findet fast ausschließlich auf Ebene der Einzelfallhilfe statt. Eine breite, systematische Auseinandersetzung mit Trans*- und Interpersonen, sowie mit lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen als Zielgruppe der Wohnungslosenhilfe fehlt weitgehend. Im Arbeitskreis werden Ergebnisse nationaler sowie internationaler Forschung zusammengefasst. Der Schwerpunkt liegt auf Erfahrungsaustausch der Teilnehmer*innen und handlungsleitenden Empfehlungen für die Praxis.
Präsentation Prack | Präsentation Tobisch | Umfrage im AK4 | Bachelorarbeit Prack | Masterarbeit Tobisch

AK 5
Doris Klug – GO-ON Suizidprävention Steiermark
René Stefitz – GO-ON Suizidprävention Steiermark
Sigrid Bertha – GO-ON Suizidprävention Steiermark
Wege aus der Krise – Wissen hilft!

Die Zunahme an psychischen Belastungen der österreichischen Bevölkerung aufgrund der Corona-Krise zeigt uns deutlich, wie wichtig es ist, sich mit Krisenentstehung, -bewältigung, deren Verläufen samt psychischen Erkrankungen und Suizidalität und der eigenen Resilienz intensiver auseinanderzusetzen. Unser (psychisches) Wohlbefinden wird zunehmend herausgefordert und unsere Ressourcen im Umgang mit Krisen auf die Probe gestellt. Unser Leben steht auf dem Kopf. Nichts scheint mehr selbstverständlich bzw. selbstbestimmt. Im Workshop von GO-ON Suizidprävention Steiermark werden zunächst Basisinhalte rund um die Themen Krise, Depression und Suizidalität vorgestellt, getreu dem Motto „Wege aus der Krise – Wissen hilft!“. Weiters wird darauf eingegangen, welche Maßnahmen von Professionist*innen bei Suizidalität von Klient*innen getroffen werden müssen. Anschließend wollen wir bei einem Streifzug durch die Grazer Innenstadt mit „10 Schritten zum Seelischen Wohlbefinden“ Impulse zur Stärkung der eigenen Resilienz vermitteln. Diese Strategien können leicht im Alltag umgesetzt und dadurch die eigene Widerstandsfähigkeit gesteigert werden.
Unterlagen zu AK 5 können auf unserer Homepage nicht veröffentlicht werden.

AK6
Cornelia Forstner – Krisenintervention und Psychosoziale Akutbetreuung, Land Steiermark
Kontakthalten in Krisen trotz Corona-Pandemie

Aus dem Blickwinkel des Krisen- und Katastrophen-schutzmanagements gestaltet die Referentin den Methodenworkshop mit zahlreichen Beispielen aus der akuten Krisenintervention bei den Betroffenen vor Ort und unter Berücksichtigung der Erfahrungen mit der psychosozialen Hotline.
Die drei Aspekte von Kompetenz: Wissen, Können und Haltung bilden das Grundkonzept des Workshops und laden zum Diskurs ein. Welche Interventionen sind möglich und hilfreich und wo gelangen wir an unsere Grenzen?
Unterlagen AK 6: Forstner: Psychosoziale KrisenGrundprinzipien u. Kommunikation

AK 7
Heike Wippel – Wohnplattform Steiermark
Wohnbetreuung psychisch kranker Mütter und deren Kinder –
Erfahrungen aus der Praxis und Austausch

Die Wohnplattform Steiermark bietet seit 2009 sozialpsychiatrische Wohnbetreuung für psychisch kranke AlleinerzieherInnen mit Kindern an. In diesem Workshop wird Einblick in die Lebenswelten psychisch kranker Mütter und deren Kindern und den daraus resultierenden Aufgabenstellungen für sozialpsychiatrische Wohnbetreuung gegeben. Nach dem inhaltlichen Input soll genug Zeit für Austausch und Fragen bleiben.
Unterlage AK 7: Wippel

AK 8
Christian Grünhaus – WU Wien
Wirkungen ohne unerwünschte Nebenwirkungen in der Wohnungslosenhilfe?

Der Arbeitskreis dient der Einführung in das Thema Wirkungsanalyse mit Fokus auf Wohnungslosenhilfe. Inhaltlich wird der Bogen von den Gründen für eine Wirkungsanalyse über die Durchführung einer Wirkungsanalyse bis hin zum Thema Strategie und Steuerung anhand von Wirkungen gespannt. Christian Grünhaus wird typische Schritte einer Wirkungsanalyse mit Beispielen aus der Wohnungslosenhilfe vorstellen und mit den TeilnehmerInnen ausloten wie diese in deren Arbeit integriert werden können. Beim Thema Darstellung wird auch die aktuelle Wirkungslandkarte der Wiener Wohnungslosenhilfe gezeigt und auf zentrale Analyseergebnisse eingegangen.
Unterlage zu AK 8 folgt.

AK 9
Mirjam Bauer – VinziTel Graz
Peter Linhuber – VinziDach Salzburg

Soziale Arbeit: Jenseits der Unterdrückung?        

Die Soziale Arbeit ist in ihrer täglichen Praxis mit vielfältigen Mechanismen der Unterdrückung konfrontiert. Insbesondere Nutzer*innen der Angebote Sozialer Arbeit sind von Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Klasse oder Gesundheitszustand betroffen. Die Soziale Arbeit kann sogar selbst zur Unterdrückung beitragen, indem sie etwa Menschen anzupassen und zu disziplinieren versucht, paternalistisch und defizit-orientiert handelt und strukturelle Gegebenheiten ausblendet oder unhinterfragt hinnimmt. Der Arbeitskreis bietet die Möglichkeit, sich aus Perspektive der Kritischen und Radikalen Sozialen Arbeit über Mechanismen der Unterdrückung auszutauschen, die Involviertheit der Sozialen Arbeit zu reflektieren und eine Soziale Arbeit jenseits der Unterdrückung zu imaginieren.
Unterlage AK 9: Bauer/Linhuber

 

 

 

 

 

Dienstag, 15. Juni 2021 - NACHMITTAG

Performance
InterACT – Werkstatt für Theater und Soziokultur
Szenenfolge aus dem Forumtheater „WARE WOHNEN MENSCHENRECHT“ von InterACT

Im „Beherbergungsbetrieb“ erleben Menschen, wie ihre prekäre Lebenslage von der Eigentümerin und Vermieterin ausgenutzt wird: Die Bewohner*innen, die allesamt mit finanziellen Nöten zu kämpfen haben, bekommen von der Eigentümerin keinen Mietvertrag. Sie können sich erst ab der zweiten bezahlten Miete anmelden, sie können jederzeit gekündigt werden, sobald sie die Miete nicht rechtzeitig zahlen oder (aus der Sicht der Vermieterin) eine der Hausregeln nicht einhalten. Zudem ist es verboten, Besuch zu empfangen oder sich mit den anderen Bewohner*innen am Gang zu treffen. Die hygienischen Zustände sind desolat, so gibt es drei Duschen für 40 Bewohner*innen, die WC‘s sind verschmutzt, in manchen Zimmern gibt es Kakerlaken und in den oberen Wohnungen tropft es immer wieder mal aufgrund eines undichten Daches in die Zimmer. Verschärft wird die Situation insgesamt durch das autoritäre, willkürliche und oft auch demütigende Verhalten der Vermieterin. Mit dieser Szenenfolge werden folgende Fragen an das Publikum gerichtet: Wie können die Bewohner*innen auf die Verletzung ihrer Menschenwürde und Grundrechte reagieren – sie, die unbedingt ein günstiges Dach über dem Kopf benötigen? Welche Veränderungen sind notwendig? „Beherbergungsbetrieb“ ist eine Szenenfolge aus dem Forumtheater „WARE WOHNEN MENSCHENRECHT“ und Teil eines politisch-partizipativen Theaterprojekts von InterACT zum Thema „Leistbares, menschenwürdiges und bedürfnisgerechtes Wohnen für ALLE“. Im Zuge des Projekts wurden zahlreiche Vorschläge und Empfehlungen entwickelt, die in einem umfassenden Bericht dokumentiert sind und sich an die Politik auf kommunaler, Landes- und Bundesebene richten: https://www.interact-online.org/aktuell/wohnen-fuer-alle
Videolink zur Performance

AK 10
Michael Wrentschur – Universität Graz
Robert Buggler – Caritas der Erzdiözese Salzburg
Beherbergungsbetriebe

Beherbergungsbetriebe, „Billigpensionen“, Pensions-zimmer: viele Bezeichnungen für ein breites Spektrum an Unterkunftsmöglichkeiten in größeren Städten Österreichs mit verschiedensten Qualitäten – von angenehm bis absolut menschenunwürdig. Jedenfalls fehlt die mietrechtliche Absicherung trotz mietähnlichem Verhältnis mit hohem Potential für Abhängigkeiten und Menschenrechtsverletzungen. In diesem Workshop erfolgt vertiefend auf den Beitrag von InterACT „WARE WOHNEN MENSCHENRECHT“ eine kritische Analyse dieses Graubereichs: Welche Personen nutzen diese Form der Unterkunft und aus welchen Gründen? Welche Rolle spielen Wohnungslosenhilfe, Politik und Behörden dabei? Was sind die Positionen der Betreiber*innen und welche Änderungen oder Alternativen  können zu einer Verbesserung der Situation für die freiwillige oder unfreiwillige Nutzung entwickelt werden?
Unterlage AK 10: Wrentschur/Buggler

AK11
Miriam Tobisch  – Mobile Sozialarbeit – Streetwork der Stadt Graz
Stefan Gößler – Mobile Sozialarbeit – Streetwork der Stadt Graz
Streetwork + Polizei – Gleicher Arbeitsplatz, verschiedene Aufträge

Soziale Arbeit in der Wohnungslosenhilfe bedeutet nicht selten regelmäßigen oder zumindest fallweisen Kontakt mit der Exekutive. Insbesondere Sozialarbeiter*innen, deren Arbeitsplatz sich auch im öffentlichen Raum befindet, kommen immer wieder direkt oder indirekt in Kontakt mit sicherheitspolitischen Organen, wie der Polizei oder diversen Sicherheitsdiensten. Gleicher Arbeitsplatz, verschiedene Aufträge – die Aufgaben sowie Perspektiven unterscheiden sich massiv voneinander. Wohnungslose Personen werden häufig seitens der Polizei als Menschen wahrgenommen, „die Probleme machen“, von der Sozialen Arbeit hingegen als diejenigen, „die Probleme haben“. Trotzdem ist es wichtig, konstruktive Zusammenarbeit der Professionen zu ermöglichen. Das Vernetzungstreffen soll Professionist*innen der Wohnungslosenhilfe, insbesondere Streetworker*innen (auch ehemalige) und andere Personen, die im öffentlichen Raum tätig sind bzw. waren, die Möglichkeit bieten, sich über Zusammenarbeit mit der Polizei und anderen ordnungspolitischen Organen auszutauschen. Die Fragen, die gestellt werden sind unter anderem: Inwiefern lassen sich Haltungen wie beispielsweise Parteilichkeit und Verschwiegenheit mit einer Zusammenarbeit mit sicherheitspolitischen Organen vereinbaren? Besteht die Gefahr, dass sich der Umstand, dass Klient*innen häufig eine negative Haltung der Polizei gegenüber einnehmen, sich auch auf die Haltung von Professionist*innen der Sozialen Arbeit übertragen kann? Wie kann sich eine etwaige Zusammenarbeit gestalten (good-practice-Beispiel aus Graz)? Welche Faktoren können einer Zusammenarbeit entgegenstehen? Welche praktischen Beispiele für (nicht) gelungene Zusammenarbeit gibt es? Inwiefern können die Professionen voneinander lernen und von einem konstruktiven Austausch profitieren?
Zum AK 11 gibt es keine Unterlagen, da es mehr ein Vernetzungstreffen war und der gegenseitige Austausch im Vordergrund gestanden ist.

AK12
Jürgen Schneider – Selbstvertretung
Ist die Partizipation der Wohnungslosen überhaupt erwünscht?

Im Workshop soll erarbeitet werden, welche Hürden von den Wohnungslosen gesehen werden um die Problematiken darzustellen. Welche Forderungen müssen an die Wohnungslosenhilfe gestellt werden? In Klein-gruppen sollte das erarbeitet werden. Dazu eingeladen sind Klient*innen und Mitarbeiter*innen der Wohnungslosenhilfe.
Unterlage AK 12: Schneider

AK 13
Susanne Studeny – SaiNetz – Soziale Arbeit im Netz
Digital mit Wohnungslos? Teilhabechancen und digitale Angebote in der Praxis

Egal in welcher Lebenssituation man sich befindet, Digitalisierung ist überall. Dieser Workshop bietet einen Einblick in die aktuelle Lage der Digitalisierung in der Sozialen Arbeit und insbesondere der Wohnungs-losenhilfe. Anhand von Fallbeispielen sollen die Digitalisierung in der Wohnungslosenhilfe diskutiert, Problemstellungen transparent gemacht und Lösungsvorschläge erarbeitet werden.
Unterlage AK 13: Studeny: Folien und Begleittexte

AK 14
Eva Czermak – Marienambulanz
Karin Fuchs – Marienambulanz
Obdachlosigkeit und ansteckende Erkrankungen: Risiken und Prävention

Der erste Teil des Workshops widmet sich dem Thema Covid 19 bei jenen Menschen, die obdach- oder wohnungslos sind. Herausforderungen bei Testungen (wo, in welchem Fall?), in der Quarantäne (wo, wie, Versorgung, Medizinisches). (Wie) kann die Impfung funktionieren? Erfahrungsberichte aus den Bundes-ländern werden ausgetauscht. Im zweiten Teil geht es um andere ansteckende Erkrankungen in diesem Setting: Übertragbarkeit, Prävention und Hygiene-maßnahmen bei: Ungeziefer (Krätzmilben und Läuse), Tuberkulose, Hepatitis, Atemwegsinfekten (inkl. Covid 19), Noroviren und auch Kinderkrankheiten.
Unterlagen AK 14 Czermak/Fuchs: Hygienemaßnahmen bei Skabies | Merkblatt Bettwanzen | Merkblatt Flöhe | Merkblatt Kleiderläuse | Merkblatt Kopfläuse

AK 15
Gerald Pfeiffer – Fachstelle Glücksspielsucht Steiermark
Gabriele Uray – Schuldnerberatung Stmk GmbH
Glücksspiel

Glücksspiel ist eine ernstzunehmende Suchterkrankung,  in der sich wirtschaftliche und soziale Schieflagen stark abbilden. Aktuell werden neue Glücksspielbedingungen politisch verhandelt. Oft im engsten Familienkreis jahrelang geheim gehalten, können existentielle Bedürfnisse von Betroffenen vom sozialen bis hin zum beruflichen Umfeld in Gefahr gebracht werden. Glücksspiel hat eine deutliche Genderdimension. Es zeigt sich stark im öffentlichen Raum durch die Präsenz von Glücksspielangeboten, aber auch von Unterstützungs-angeboten für von den Auswirkungen von Glücksspiel betroffenen Personen und ihren Angehörigen. Dieser Streifzug führt digital durch die Grazer Bezirke Lend und Gries. Am Ende steht der Erfahrungsbericht eines ehemals Betroffenen, der Einblick gibt, wie sich sein persönlicher Weg in die Sucht und aus der Sucht heraus gestaltete.
Für den AK 15 gibt es keine Unterlagen.

AK 16
Robert Blum – FAWOS, Vorstand BAWO
Wohnungssicherung in der Covid Krise, ein Rückblick und ein Ausblick

Die Covid Krise hat die Wohnungssicherungsstellen in Österreich vor neue Herausforderungen gestellt. Klagen wurden zu einem großen Teil nicht eingebracht, Mieten wurden durch die Politik gestundet. Auf der anderen Seite gab es einen nie dagewesenen Anteil an arbeitslosen Menschen und an Menschen in Kurzarbeit. Die oben genannten Punkte haben dazu geführt, dass der Anteil an Menschen, welche sich ihre Mieten nicht mehr leisten konnten stetig zunahm. Die Klagen werden nach der Gesundheitskrise nachgereicht, die Rückstände werden für die meisten Menschen nicht bezahlbar sein. Wie geht es weiter?
Zum AK 16 gibt es keine Unterlagen, da es als Vernetzungstreffen angelegt war.

AK 17
Manuela Krivda – Caritas der ED Wien
Peter Chwistek – Wiener Rotes Kreuz
Durch alle Netze gefallen! – Unversorgte Menschen in der Wohnungslosenhilfe

Für viele Personen führte der Ausbau der Wohnungslosenhilfe in den letzten Jahren zu positiven Entwicklungen. Wir wollen all jene Personen mitdenken, denen der Zugang zu den Angeboten nur eingeschränkt möglich ist oder gänzlich verwehrt bleibt. Menschen, die durch alle sozialen oder institutionellen Netze fallen. Menschen, für die Österreich bereits zur Heimat geworden ist, die aber ihre rechtlichen Ansprüche verloren haben oder nie erlangen konnten. Im Arbeitskreis werden wir uns zu Erfahrungen aus der Praxis austauschen und diese gemeinsam mit Fallbeispielen verschriftlichen, um politischer Interessensvertretung für die betroffenen Gruppen mehr Zugkraft zu verleihen.
Unterlagen AK 17: Chwistek/Krivda

AK 18
Sahra Stampler
Auswirkungen desorganisierter Wohnformen – Austausch & Diskussion zu Interventionsmöglichkeiten     

In unserer Gesellschaft hat Ordnung einen essentiellen Wert und ist mit positiven Eigenschaften konnotiert. Menschen in desorganisierten Wohnformen erfahren häufig Ablehnung und Stigmatisierung, da sie der gesellschaftlichen Wertevorstellung nicht entsprechen. In meiner Masterarbeit habe ich versucht, betroffenen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Lebenswelt darzustellen. Die Grundlage für den Einstieg in diese Arbeitsgruppe wird meine Forschung legen. Dabei werden die Auswirkungen des desorganisierten Wohnens auf die biopsychosoziale Gesundheit von betroffenen Menschen näher erläutert. Anschließend an den Input findet ein Erfahrungs-austausch zur Arbeit mit betroffenen Menschen statt. Dabei werden wir, in einer gemeinsamen Diskussion, bereits gemachte Erfahrungen, regionale Unterschiede und mögliche Interventionen austauschen und erarbeiten.
Unterlagen AK 18: Stampler: Präsentation | Literaturhinweise

Mittwoch, 16. Juni 2021

Der dritte und abschließende Tag der BAWO-Tagung 2021 stellt die Entwicklung von Standards, Angebotsschwerpunkten und fachlichen Haltungen einer professionellen WLH zur Diskussion und skizziert Fallstricke und Irrwege. In einer Reihe von Kleingruppen widmen wir uns der Frage, welche Standards aktuell bereits realisiert werden konnten und welche Perspektiven für eine Weiterentwicklung aktuell zur Auswahl gestellt sind.

Vortrag:
Heinz Schoibl – Helix Forschung und Beratung/BAWO
Auf der Suche nach dem goldenen Standard

In der großen Strafrechtsreform von Christian Broda wurde im Jahr 1975 Vagabundage als Straftatbestand gestrichen. Dies war das Ende der gerichtlichen Abstrafung von armen Menschen sowie der Arbeitshaft für wohnungslose Menschen, z.B. in der Arbeitshaftanstalt Suben. Damit war ein Impuls für die Etablierung einer professionellen Wohnungslosenhilfe gesetzt, die als soziale Arbeit für die Zielgruppe von Armut, Ausgrenzung und Wohnungslosigkeit betroffener Menschen eine Abkehr von tradierten Formen der Armutsverwaltung, letztendlich: Verwahrung von armen Menschen in Herbergen, Obdachlosen-Asylen und Armenhäusern, ermöglichte. Sozialberatung, Bezugsbetreuung und Existenzsicherung wurden als grundlegende Standards des Umgangs mit dieser Bedarfsgruppe umgesetzt, Notschlafstellen, Tageszentren und betreutes Übergangswohnen bildeten wichtige erste Schritte.
Die weitere Entwicklung der WLH führte nahezu organisch zur Etablierung eines Stufenplans der Resozialisierung und Rehabitation – mit all den Fallstricken von Paternalismus und Diskriminierung, die sich hinter den wohltönenden Standardvorschlägen verbargen.
Präsentation Heinz Schoibl