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...

Einführung:

Wohnen
für alle

Die BAWO Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe wurde 1991 als gemeinnütziger Verein gegründet mit dem Ziel als Dachverband die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in Österreich zu vernetzen, überregionale Aufgaben zu koordinieren und gezielte Öffentlichkeitsarbeit zur Bekämpfung und Beseitigung von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit zu leisten.

Die BAWO setzt verstärkt Impulse zur qualitativen Weiterentwicklung fachlicher Standards in der Wohnungslosenhilfe Österreichs, fördert Vernetzung der beteiligten AkteurInnen und Lernen an best practice Modellen, leistet fachlichen Austausch der MitarbeiterInnen von Wohnungslosenhilfeeinrichtungen und bringt ihre sozialpolitische Expertisen auch gegenüber AkteurInnen der Sozialverwaltungen ein. Durch die Mitgliedschaft und Mitwirkung bei der FEANTSA leistet die BAWO auch einen Beitrag zur europaweiten Vernetzung.

für
  • Helene
  • Gabi
  • Theresa
  • Mara
  • Babette
  • Skero
  • Esteban
  • Elfriede
  • Jacob
  • Dawid
  • Melissa
  • Petar

Aktuelles:

BAWO-Stellungnahme zu Maßnahmen wegen des Corona-Virus

BAWO: Dringende Maßnahmen für obdachlose Menschen aufgrund des Corona-Virus

Die BAWO wurde 1991 gegründet, mit dem Ziel als Dachverband die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in Österreich zu vernetzen, überregionale Aufgaben zu koordinieren und gezielte Öffentlichkeitsarbeit zur Bekämpfung und Beseitigung von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit zu leisten.

Um die weitere Ausbreitung des Corona-Virus einzubremsen ist es notwendig, dass alle Bürgerinnen und Bürger zu Hause bleiben, und ihre Wohnung nur für unbedingte Besorgungen verlassen; alle Sozialkontakte sollen auf ein Minimum reduziert werden.

Die BAWO weist darauf hin, dass die derzeitige Situation für Menschen, die von Obdach- oder Wohnungslosigkeit betroffen sind, besonders herausfordernd ist:

  • Das Leben auf der Straße und in Armut hat bei vielen betroffenen Menschen zu chronischen Erkrankungen und einem insgesamt schlechten Gesundheitszustand geführt.
  • Obdach- und wohnungslose Menschen sind generell mit Barrieren zum Gesundheitssystem konfrontiert (z.B. aufgrund von Stigmatisierung, keiner aufrechten Versicherung).
  • Obdachlosen Menschen fehlt die Möglichkeit, sich in eine eigene Wohnung zurückziehen zu können, um Sozialkontakte zu vermeiden.
  • Obdachlose Menschen haben keine Möglichkeit, sich ausreichend mit Gesichtsmasken, Desinfektionsmitteln u.a. auszustatten.
  • Obdachlose Menschen haben keine Möglichkeit, sich Vorräte anzulegen, um Sozialkontakte zu vermeiden.
  • Obdach- und Wohnungslosigkeit stellt eine krisenhafte Lebenssituation dar, aufgrund der bedeutend weniger individuelle Ressourcen zur Bewältigung der derzeitigen Situation zur Verfügung stehen.

Es braucht daher umfassende Maßnahmen, um diese besonders vulnerable Personengruppe zu schützen und eine weitere Verbreitung des Corona-Virus zu vermeiden.

 

 

Die BAWO schlägt folgende Sofortmaßnahmen vor:

  1. Obdachlosigkeit verhindern
  • Sofortige Aussetzung von Delogierungen. Ziel ist es Obdachlosigkeit nicht entstehen zu lassen.
  • Sofortige Aussetzung von Energie-Abschaltungen. Ziel ist es Menschen den Aufenthalt in ihrer Wohnung (mit Heizung, Kochmöglichkeit und Körperhygiene) zu ermöglichen.

 

  1. Obdachlosen Menschen ermöglichen, sich zurückzuziehen und Sozialkontakte zu vermeiden
  • Alle Notquartiere und alle Notschlafstellen nach Möglichkeit ganztägig offenhalten. Ziel ist, dass sich obdachlose Menschen nicht im öffentlichen Raum aufhalten müssen und ihre Sozialkontakte minimieren können.
  • Alle Winter-Notschlafstellen bis auf weiteres offenhalten und ganztägig betreiben. Ziel ist, dass sich obdachlose Menschen nicht im öffentlichen Raum aufhalten müssen und ihre Sozialkontakte minimieren können.
  • Zusätzliche Wohnmöglichkeiten (nach Möglichkeit Einzelräume) bereitstellen, um die Sozialkontakte zu reduzieren.
  • Vermehrtes Streetwork und andere herausreichende Arbeit, um Menschen, die nicht in Kontakt zu stationären Angeboten sind, zu erreichen und zu informieren.
  • Sensibilisierung der Sicherheitsorgane im Umgang mit obdachlosen Menschen. Prinzip: „Beraten statt Strafen“.
  • Alternative Formen der Versorgung mit warmen Mahlzeiten entwickeln, die engen Sozialkontakt vermeiden und trotzdem niederschwellig und möglichst flächendeckend sind.
  • Ausweitung der gratis WLAN-Hotspots und Bereitstellen entsprechender Bandbreite in Ballungszentren, um obdachlosen Menschen den fernmündlichen Kontakt mit Familienangehörigen zu ermöglichen.
  • Unterstützung der ehrenamtlichen HelferInnen in den Wärmestuben, auch durch Bereitstellung von (ehemaligen) Zivildienern.
  • Ausweitung der Angebote an Tageszentren für obdachlose Menschen, denen keine anderen Aufenthaltsmöglichkeiten offenstehen. Ziel ist, dass sich obdachlose Menschen nicht im öffentlichen Raum aufhalten müssen und ihre Sozialkontakte minimieren können.

 

  1. Ressourcen für die Wohnungslosenhilfe aufstocken
  • Aufstockung der personellen und finanziellen Ressourcen der Wohnungslosenhilfe, um den erhöhten Betreuungsaufwand aufgrund von gesundheitlichen, psychosozialen und persönlichen Krisen decken zu können.
  • Angebot alternativer Formen der psychosozialen Beratung und Betreuung, um Vereinsamung und sozialem Ausschluss entgegenzuwirken (Telefon- und/oder videounterstützt).
  • Bereitstellung ausreichender Schutzausrüstung für das Personal, um die Eigengefährdung zu minimieren.
  • Möglichkeiten der psychosozialen Unterstützung für das Personal insbesondere Supervisionen u.ä.  in Form von telefonischen und/oder video-geführten Gesprächen.
  • Mehr Angebote für Menschen, die von Gewalt betroffen sind. Beengte und prekäre Wohnverhältnisse führen zu erhöhtem Stress und mehr Gewalt. Es braucht daher einen Ausbau von Unterbringungsangeboten für diese Menschen, insbesondere von frauenspezifischen Angeboten.
  • Schulungen der MitarbeiterInnen (insbesondere Streetwork) in der Vermittlung von Gesundheitsthemen, gut aufbereitetes Informationsmaterial (mehrere Sprachen, leichter lesen und für AnalphabetInnen) und mehrsprachige/muttersprachliche Beratung.

 

  1. Barrieren im Zugang zum Gesundheitssystem aufgrund von Obdach- oder Wohnungslosigkeit abbauen
  • Zugang zu medizinischen Leistungen unabhängig von Krankenversicherung gewährleisten. Ziel ist es, dass auch Nichtversicherte medizinische Leistungen rechtzeitig in Anspruch nehmen.
  • Einen niederschwelligen Zugang zum Gesundheitssystem sicherstellen. Von Obdach- oder Wohnungslosigkeit betroffene Menschen sollen sich ohne Angst vor Stigmatisierung behandeln lassen können.
  • Unbürokratischen Zugang zu externen Diensten herstellen (Heimkrankenpflege, Heimhilfe). Ziel ist es, die Aufnahme von KlientInnen aus Krankenhäusern zu erleichtern und damit den stationären Gesundheitsbereich zu entlasten.
  • Psychiatrische Hilfsangebote für NutzerInnen der Wohnungslosenhilfe ausweiten.

 

  1. Notwendigkeit von Behördengängen einschränken
  • Behörden anweisen Fristen zu erstrecken, soweit dies möglich ist. Ziel ist es, die sozialen Kontakte einzuschränken und negative Folgen für KlientInnen zu verhindern. Dies betrifft insbesondere Kontakte zu AMS, Sozialhilfe-Stellen, Meldeämtern und Behörden, die mit fremden- und aufenthaltsrechtlichen Fragen beschäftigt sind.

 

Die BAWO appelliert an die Bundesregierung und an die Bundesländer, Gemeinden und Kommunen diese Bevölkerungsgruppe nicht aus unserem solidarischen System auszuschließen, sondern ihr ebenfalls den bestmöglichen Schutz zukommen zu lassen.

Diese Krise sollte Ansporn sein, nachhaltige, qualitativ hochwertige Angebote zu schaffen, um Wohnen für alle zu gewährleisten!

 

Elisabeth Hammer

Obfrau der BAWO

 

Alexander Machatschke

Geschäftsführung der BAWO

 

Die Stellungnahme der FEANTSA (Europäischer Dachverband der Wohnungslosenhilfe) finden sie hier: FEANTSA COVID-19

Termine

Mo, 25. Mai 2020 bis
Mi, 27. Mai 2020

Save the date BAWO Fachtagung 2020 “Wohnen für alle”

BAWO Fachtagung Wohnen für alle
Ort: Seminarhaus Auf der Gugl 30, 4020 Linz

Do, 04. Juni 2020 bis
Fr, 05. Juni 2020

Save the date FEANTSA 2020 Policy Conference “Building Bridges to End Homelessness”

FEANTSA , Proti prúdu (streetpaper Nota Bene) and the Slovakian Institute for Work and Family Research (IVPR) announce the 2020 annual FEANTSA conference and invite to save the date.
With over 350 participants and a range of high-level speakers from across the homeless sector and wider European policy-making field the annual conference is the largest European homelessness networking event. Registrations open in March.
Venue: The Old Market Hall (Stará tržnica), Námestie SNP 25, 811 01 Bratislava

Projekte

Wohnen für alle

Wohnen als zentrale
gesellschaftliche Herausforderung
der Zukunft

Österreich verfügt über ein komplexes System unterschiedlicher wohn- und sozialpolitischer Maßnahmen, die eine adäquate Wohnversorgung der Bevölkerung gewährleisten sollen. Wenngleich dieses System im internationalen Vergleich als Best-Practice-Beispiel Erwähnung findet und sich die Wohnqualität über die Jahre hinweg substanziell erhöht hat, zeigen Indikatoren wie die Kostenentwicklung, Verfügbarkeit, Überbelag oder die Inanspruchnahme von Angeboten der Wohnungslosenhilfe im zeitlichen Verlauf sehr deutlich, dass Wohnen auch in Österreich eine gesellschaftspolitische Herausforderung ist.

Neues Positionspapier

 

BAWO-Wohnen für alle

„Gemeinsam geht mehr. Wohnungslosigkeit verhindern und ‚Wohnen für alle‘ positiv vorantreiben.“ Das ist ein Motto der BAWO. Im erweiterten und adaptierten Positionspapier der BAWO finden sich aktuelle Positionen und Forderungen, um diesem Anspruch stärker gerecht zu werden.

Mit einem Vorwort von Leilani Farha und zahlreichen Stimmen aus unserem Netzwerk, von ExpertInnen aus Wohnbau, Wohnrecht, Wohnungswirtschaft, Sozialem, Wohnungslosenhilfe und Wissenschaft sehen wir unser Positionspapier nicht als Endpunkt unserer Netzwerk-Kooperation , sondern als Meilenstein auf dem Weg zu unserem Ziel “Wohnen für Alle”.

 

Wohnungslosigkeit in Klagenfurt

Mit diesem Bericht legen wir nun ein solides Datenmaterial vor, mit dem es möglich wird, adäquat auf die Bedürfnisse der Betroffenen zu reagieren. Wir freuen uns sehr, dass es weiters im Interesse der Stadt liegt, diese Studie jährlich durchzuführen. Damit wird nochmal mehr an Bewusstsein für die Betroffenen geschaffen und eine Verantwortung für Menschen in Wohnungsnot übernommen. Unsere Überlegungen und Interpretationen der Ergebnisse haben wir im Kapitel „Schlussfolgerungen und Empfehlungen aus der Sicht der BAWO“ zusammengefasst und wollen damit einen schlüssigen Weg für die Weiterentwicklung der Angebote für Menschen in Wohnungsnot weisen.

Das Projektteam: Cornelia Kössldorfer, Christian Beiser und Heinz Schoibl

Leistbares Wohnen I

Mit dem Positionspapier “Wohnen für alle. Leistbar. Dauerhaft. Inklusiv.” (Downloadmöglichkeit der Langversion siehe unten) möchte die BAWO einen Beitrag für das Ziel „Wohnen für alle“ leisten und den Diskurs zu Leistbarem Wohnen stärker auf Menschen mit niedrigem Einkommen fokussieren.
Die seit November 2017 vorliegenden Unterlagen beruhen auf Inputs zahlreicher ExpertInnen aus den Feldern Wohnbau, Wohnrecht, Wohnpolitik sowie der Wohnungslosenhilfe, die u.a. in drei (mittlerweile sieben öffentlichen Workshops) ihr Wissen geteilt und die BAWO durch ihre rege Beteiligung wesentlich unterstützt und gestärkt haben.
Die Erstellung des Positionspapiers sie die Durchführung der Workshops fanden im Rahmen des Projekts „Wohnen für alle. Leistbar. Dauerhaft. Inklusiv.“ statt. Das Projekt wurde durch eine Förderung des Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz ermöglicht.

Was sich seit der Präsentation
des Positionspapiers Ende 2017
getan hat

 

Oberösterreich

Basierend auf dem Positionspapier hat 2018 in Oberösterreich ein Konkretisierungsprozess innerhalb der Wohnungslosenhilfe Oberösterreich begonnen. Die OÖ Wohnungslosenhilfe hat das generelle Positionspapier nun mit spezifischen Forderungen für Oberösterreich ergänzt:

Vorarlberg

Eine Untergruppe der ARGE WLH Vorarlberg hat im Frühjahr 2019, dem Beispiel Oberösterreichs folgend, ein Zusatzpapier zum BAWO-Positionspapier zu erstellen, bei dem relevante Strategien und Maßnahmen des Österreichpapiers auf Vorarlberg herunter gebrochen wurden.
Das Vorarlbergbezogene Ergänzungspapier ist am 10.05. 2019 im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt worden. Und am Nachmittag desselben Tages auf einem ARGE-internen Fachtag breit erörtet worden.

Leistbares Wohnen II Wohnen für alle

Anfang des Jahres bereits, am 30.01.2019, hat die BAWO zum Workshop „Leistbarkeit Konkret“, geladen. Auch dieser, der inzwischen sechste, Workshop hat den inhaltlichen Fokus auf die Wohnversorgung von Menschen mit niedrigem Einkommen gelegt und Aspekte in den Vordergrund gerückt, die in der aktuellen Debatte rund um Leistbares Wohnen bislang unterrepräsentiert sind.

Darüber hinaus wurde durch das interaktive Setting im Rahmen des Workshops Austausch und vernetztes Denken von ExpertInnen aus den Bereichen Wohnbau, Wohnrecht, Wohnwirtschaft und Wohnungslosigkeit vertieft und gestärkt.

Erfassung von Wohnungslosigkeit in Österreich: Status Quo und Perspektiven

Ein weiteres Highlight 2019 war der Workshop „Erfassung von Wohnungslosigkeit in Österreich: Status Quo und Perspektiven“, zu dem die BAWO am 29.03.2019 in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Sozialstatistik der Österreichischen Statistischen Gesellschaft in die Räumlichkeiten der Statistik Austria geladen hat.
Der Workshop fand im Rahmen des Projekts „Wohnen für alle. Leistbar. Dauerhaft. Inklusiv. II“ statt – als siebente Veranstaltung der BAWO Workshop-Reihe – mit dem Ziel ergänzende Grundlagen für ein aktualisiertes BAWO-Positionspapier zu erarbeiten.
Die Veranstaltung wurde durch eine Förderung des Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz sowie des FSW ermöglicht.
Auch das Projekt Wohnen für alle II  wurde durch eine Förderung des Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz ermöglicht.

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Wohnungslosigkeit:

Definitionen

Begriffsdefinitionen von
Obdachlosigkeit,
Wohnungslosigkeit und
prekärer Wohnversorgung

Die folgenden Definitionen entstammen der Europäischen Typologie von Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit und prekärer Wohnversorgung (ETHOS – European Typology on Homelessness and Housing Exclusion, veröffentlicht 2005). Diese Definitionen werden von der BAWO standardmäßig verwendet.

Obdachlosigkeit

Als obdachlos gelten Menschen, die auf der Straße leben, an öffentlichen Plätzen wohnen, ohne eine Unterkunft, die sich in Verschlägen, Parks oder unter Brücken etc. aufhalten.

Obdachlos sind aber auch Menschen in Notunterkünften, die keinen festen Wohnsitz haben und in Wärmestuben, Notschlafstellen oder anderen niederschwelligen Einrichtungen übernachten.

Wohnungslosigkeit

Als wohnungslos gelten Menschen, die in Einrichtungen wohnen, in denen die Aufenthaltsdauer begrenzt ist und in denen keine Dauerwohnplätze zur Verfügung stehen, wie z.B. Übergangswohnheime, Asyle und Herbergen, aber auch Übergangswohnungen.

Auch Frauen und Kinder, die wegen häuslicher Gewalt ihre Wohnung verlassen haben und kurz- bis mittelfristig in einer Schutzeinrichtung beherbergt sind, wie z.B. in Frauenhäusern, sind wohnungslos.

Wohnungslos sind auch ImmigrantInnen und AsylwerberInnen, die in Auffangstellen, Lagern, Heimen oder Herbergen wohnen, bis ihr Aufenthaltsstatus geklärt ist sowie AusländerInnen mit befristeter Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, die Gastarbeiterquartieren leben.

Eine weitere Gruppe Wohnungsloser ist die von Menschen, die aus Institutionen entlassen werden, z.B. Gefängnissen, Spitälern, Heilanstalten und Jugendheimen. Diese Menschen bleiben weiter hospitalisiert, weil häufig keine oder nicht rechtzeitig Vorkehrungen zur Entlassung getroffen wurden und zum Zeitpunkt der Entlassung kein Wohnplatz zur Verfügung steht. Ganz junge Erwachsene fallen oft nicht mehr unter die Jugendwohlfahrt, bleiben aber weiterhin im Heim, weil keine andere Wohnmöglichkeit zur Verfügung steht.

Letztlich gelten auch Menschen, die in Dauereinrichtungen für Wohnungslose wohnen, oder sich in ambulanter Wohnbetreuung in Einzelwohnungen befinden, als wohnungslos.

Ungesichertes Wohnen

Menschen, die temporäre Unterkunft bei Freunden, Bekannten oder Verwandten finden ohne einen Hauptwohnsitz zu haben oder ohne Rechtstitel (also ein vertragliches Mietverhältnis), und die vom guten Willen anderer Menschen abhängig sind, sowie solche, die durch illegale Land- oder Hausbesetzung zu Wohnraum kommen, leben in ungesicherten Wohnverhältnissen.

Auch Menschen, die von Delogierung bedroht sind, also für deren Wohnung ein gerichtliches Verfahren zur Auflösung des Wohnverhältnisses eingeleitet ist, für die schon ein Gerichtsbeschluss zur Delogierung vorliegt oder auch Menschen in Eigenheimen, für die ein Räumungsbefehl an die Exekutionsabteilung ergangen ist, leben in ungesicherten Wohnverhältnissen.

Ungesicherte Wohnverhältnisse gelten auch für Menschen, die in ihren Wohnungen von Gewalt bedroht sind, indem sie trotz Polizeischutz und Wegweisungsbeschluss gegen den Täter vor Gewalt nicht sicher sind.

Ungenügendes Wohnen

Als ungenügendes Wohnen wird betrachtet, wenn Menschen in Behausungen leben, die für konventionelles Wohnen nicht gedacht sind, die notdürftig zusammengebaut oder wie Wohnwägen und Zelte nur als vorübergehend bewohnbar konzipiert sind. Zu solchen Wohnprovisorien zählen auch Garagen, Keller, Dachböden, Abbruchhäuser etc.

Ungenügendes Wohnen bezeichnet auch das Leben von Menschen in Gebäuden, die für Wohnzwecke gesperrt oder ungeeignet sind, die kurz vor einem Abbruch stehen oder die durch die Bauordnung als ungeeignet klassifiziert wurden, wie z.B. eine Hausbesetzung von Abbruchgebäuden.

Menschen die in überfüllten Räumen wohnen sind ebenso von ungenügenden Wohnverhältnissen betroffen. Das Wohnen in Räumen, die entgegen den Mindestanforderungen völlig überbelegt sind und von mehr Menschen als zulässig bewohnt werden, gilt ebenfalls als ungenügendes Wohnen.

BAWO Festschrift „Wohnungslosenhilfe von A bis Z“

Die BAWO Festschrift “Wohnungslosenhilfe von A bis Z” (2012) gewährt Einblick in die Problemlage Wohnungslosigkeit sowie in die zentralen Aufgabenstellungen und Perspektiven der sozialen Arbeit für die Zielgruppe wohnungsloser bzw. von Wohnungsnot betroffener Menschen. Der Sammelband, mit alphabetisch geordneten Kapiteln von A wie Armut bis Z wie Zielgruppen, beinhaltet eine Fülle an Informationen über den aktuellen Stand der Wohnungslosenhilfe in Österreich. Die Publikation ist nun auch online auf der Homepage zugänglich: Zur BAWO Festschrift “Wohnungslosenhilfe von A bis Z”

Frauen

Frauen versuchen, Wohnungslosigkeit zu vermeiden, beziehungsweise entstandene Wohnungslosigkeit verdeckt zu leben und ihre Notlage zu verbergen. Diese “verdeckte Wohnungslosigkeit”.

Wiener Frauenarbeitskreis der BAWO

Seit 2001 gibt es den Wiener Frauenarbeitskreis der BAWO mit dem Ziel, die Hilfsangebote der Wiener Wohnungslosenhilfe frauengerecht zu gestalten und an den Bedürfnissen von Frauen zu orientieren.

Der Wiener Frauenarbeitskreis hat unter genderspezifischen Gesichtspunkten im November 2003 frauengerechte Standards entwickelt, die den speziellen Bedürfnissen wohnungsloser Frauen entsprechen, sowie im Dezember 2013 ein Positionspapier zu frauengerechten Standards für Housing First fertiggestellt.

Im Mai 2014 ist dazu eine erweiterte Fassung mit dem Titel “…wie schläft die Marie? Frauengerechte Qualitätsstandards in der Wohnungslosenhilfe inklusive Positionspapiere Housing First und niederschwellige Notunterbringungen für Frauen” (2. erweiterte Auflage) veröffentlicht worden.

Vernetzungstreffen Österreich

Jährlich findet im Rahmen der Fachtagung der BAWO auch ein österreichweites Vernetzungstreffen frauenspezifischer Wohnungsloseneinrichtungen statt.

Seit 2016 findet zudem regelmäßig “Maries’ Stammtisch” statt (Einladungen siehe Termine auf der BAWO Homepage).

Wir über uns:

Vorstand

Christian Beiser

Obfrau Stv.

Caritas Vorarlberg, Existenz & Wohnen, Reichsstraße 173, 6800 Feldkirch

Renate Kitzman

Kassierin Stv.
BAWO , Gerichtsgasse 3/2/3, 1210 Wien

Heinz Schoibl

freiberuflicher Sozialwissenschafter, Schwerpunkt: soziale Infrastruktur
Helix - Forschung und Beratung, Franz Josef-Straße 3, 5020 Salzburg

Thomas Wiesinger

Caritas Wien Sozial- und Rückkehrberatung für EU-Bürger*innen, 1100 Wien, Triester Straße 33 Tel.: 01 – 522 07 13

Der Vorstand setzt sich aus VertreterInnen der Mitgliedseinrichtungen der Wohnungslosenhilfe zusammen, die VertreterInnen repräsentieren die einzelnen Bundesländer in der Plattform Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe BAWO. Die Vorstandsmitglieder sind überwiegend ausgebildete SozialarbeiterInnen in Führungspositionen und/oder langjährige einschlägige MitarbeiterInnen mit wissenschaftlicher Ausbildung. Zudem sind SozialwissenschaftlerInnen und Juristen für Forschungsaufgaben zuständig.

Die LänderrepräsentantInnen stehen gerne für Fragen zu Wohnungsnot und Wohnungslosenhilfe in den Bundesländern zur Verfügung.

Hauptansprechperson für Pressekontakte ist BAWO Obfrau Elisabeth Hammer, sie hilft bei Medienanfragen gerne weiter.
Telefon: +43 (0) 699 1 952 04 56
Email: elisabeth.hammer@neunerhaus.at

Im Rahmen der BAWO-Generalversammlung am 28.11.2019 in Wien wurde der Vorstand neu gewählt und besteht aktuell aus 17 Mitgliedern bzw. LändervertreterInnen.

Kontakt

BAWO

Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe
Gerichtsgasse 3/2/3
A-1210 Wien

Erreichbarkeit

Mo bis Do von 9 – 12 Uhr
Mi von 13 – 16 Uhr

Kontakt

Susanne Fleck-Pratscher und Alexander Machatschke

Tel/Fax

+43 (0) 1 / 81 27 202

Mobil

+43 (0) 680 / 21 28 503

Website

ZVR Zahl

244242330

Bankdaten

PSK

BLZ

60000

Kontonummer

9598836

IBAN

AT086000000009598836

SWIFT-BIC

BAWAATWW

Verein

Die BAWO Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe wurde 1991 als gemeinnütziger Verein gegründet mit dem Ziel als Dachverband die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in Österreich zu vernetzen, überregionale Aufgaben zu koordinieren und gezielte Öffentlichkeitsarbeit zur Bekämpfung und Beseitigung von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit zu leisten.

Die BAWO setzt verstärkt Impulse zur qualitativen Weiterentwicklung fachlicher Standards in der Wohnungslosenhilfe Österreichs, fördert Vernetzung der beteiligten AkteurInnen und Lernen an best practice Modellen, leistet fachlichen Austausch der MitarbeiterInnen von Wohnungslosenhilfeeinrichtungen und bringt ihre sozialpolitische Expertisen auch gegenüber AkteurInnen der Sozialverwaltungen ein. Durch die Mitgliedschaft und Mitwirkung bei der FEANTSA leistet die BAWO auch einen Beitrag zur europaweiten Vernetzung.

Die BAWO hat österreichweit 52 Mitgliedsorganisationen und – mit zusätzlichen 81 persönlichen Mitgliedern – eine immer größere Reichweite. Die breite Mitgliedschaft fördert und unterstützt den Wunsch nach Vernetzung und Koordinierung der Aktivitäten der Wohnungslosenhilfe in ganz Österreich. Das Mitwirken der Mitglieder schafft im Verein einen sehr hohen Anteil an der Weiterentwicklung und Professionalisierung der Wohnungslosenhilfe.

In der Generalversammlung 1998 wurde ein Grundsatzprogramm beschlossen.

Die BAWO Generalversammlung konstituiert sich laut Vereinsstatuten alle zwei Jahre. In der Generalversammlung am 30. November 2017 in Wien wurden von den Mitgliedern der Vorstand neu gewählt und die aktualisierten Statuten beschlossen.

Ausgehend von der BAWO Klausur 2018 arbeitete der Vorstand im letzten Jahr an einer Adaptierung des BAWO Leitbilds. Dieses liegt jetzt in aktualisierter Form vor: zum Leitbild 2019.

Der Verein hat die ZVR Zahl: 244242330.

Mitglieder

Verein Impulse (ehemals AWOL) - Hilfe für Menschen ohne Arbeit und Wohnung (Klagenfurt)

Fortbildung / Fachtagung

 

ACHTUNG! ACHTUNG! ACHTUNG!

Aufgrund der derzeitigen Lage ist die untenstehende Fortbildung abgesagt. Einen etwaigen Ersatztermin werden wir rechtzeitig bekanntgeben.

ACHTUNG! ACHTUNG! ACHTUNG!

 

„Nach unten treten, nach oben buckeln?“ Argumentationstraining „Spaltung entgegentreten“

Termin: Dienstag, 14. April 2020, 9-17 Uhr im Bildungszentrum der AK Wien (Theresianumgasse 16-18, 1040 Wien, Raum 11A+B, 1. Stock).

Achtung beschränkte TeilnehmerInnenanzahl höchstens 20 Personen!

Kosten: EUR 130.-

Anmeldung ab sofort unter:

Alle Informationen unter: Argumentationsparolen

Archiv

Di, 17. März 2020

Marie’s Stammtisch

ACHTUNG! ACHTUNG! ACHTUNG!

Aufgrund der derzeitigen Lage ist die untenstehende Veranstaltung abgesagt. Einen etwaigen Ersatztermin werden wir rechtzeitig bekanntgeben.

ACHTUNG! ACHTUNG! ACHTUNG!

 

Der Wiener Frauen Arbeitskreis der BAWO lädt ein zu

„MARIE´S STAMMTISCH“

worum geht´s:

um einen Abend voller Frauenpower, Austausch, Networking, Wiedertreffen und Kennenlernen, interessanter und anregender Gespräche und nicht zuletzt um Spaß von Kolleginnen aus der Wohnungslosenhilfe und anderen sozialen Bereichen

Alle Informationen findet Ihr hier

Mi, 26. Feber 2020

Umfrage der FEANTSA zu “Harm Reduction”

Einladung zur UMFRAGE zu Harm Reduction (Schadensminderung) für von Wohnungslosigkeit betroffene Menschen

FEANTSA führt derzeit eine europaweite Umfrage zu Schadensminderung (engl. ‚Harm Reduction‘) -Unterstützungsangeboten für von Wohnungslosigkeit betroffene Menschen durch >> Link zur Umfrage: https://www.surveymonkey.com/r/JFBZL59 .

Das Ausfüllen dauert nur 10 Minuten und Ihr Beitrag ermöglicht uns mehr darüber zu erfahren, welche Unterstützungsangebote es derzeit für von Wohnungslosigkeit betroffene Menschen gibt. Die Ergebnisse werden in die Entwicklung von Good Practice-Standards einfließen, die in den kommenden Monaten gemeinsam von Einrichtungen der Wohnungslosen- sowie der Suchthilfe entwickelt werden.

Mehr Info über das Projekt ‚Harm Reduction 4 homelessness‘ finden Sie hier. Bei Fragen zur Umfrage oder zum Projekt wenden Sie sich bitte an die Projektkoordinatorin Ruth Kasper (FEANTSA).

Mi, 01. April 2020

8. Tag der Wohnungsnot Salzburg

ACHTUNG! ACHTUNG! ACHTUNG!

Aufgrund der derzeitigen Lage ist die untenstehende Veranstaltung abgesagt. Einen etwaigen Ersatztermin werden wir rechtzeitig bekanntgeben.

ACHTUNG! ACHTUNG! ACHTUNG!

 

Das Forum Wohnungslosenhilfe lädt ein

8. Tag der Wohnungsnot am 31.3.2020, 13 – 17 Uhr

Borromäum, Gaisbergstr. 7

Anmeldung bitte bis 25.03.2020 unter: p.geschwendtner@soziale-arbeit.at

„WOHNEN FÜR ALLE ist umgesetzt! Wohnungslosigkeit und Wohnversorgungskrisen sind beendet! Woran haben Sie das bemerkt? Was war Ihr Beitrag dazu?“

Die Ergebnisse der Wohnbedarfserhebung 2019 dienen als Ausgangslage zur Diskussion zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen für die Sozial-/Wohnpolitik, die wir entlang der Kernaussagen und –forderungen, die im neuen Positionspapier der BAWO „WOHNEN FÜR ALLE • LEISTBAR • DAUERHAFT • INKLUSIV“[1] für die Bundespolitik formuliert sind, gestalten wollen, um mit Ihnen / Euch als Netzwerk aus Wohn- und Sozialpolitik, Wohnungswirtschaft und Wohnungslosenhilfe, Wohnbau und Wohnforschung, Raumplanung und Architektur eine salzburgspezifische Adaptierung zu erarbeiten.

[1]  Siehe dazu: BAWO Positionspapier

 
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Medieninhaberin, Herausgeberin, inhaltliche und redaktionelle Verantwortung

BAWO
Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe
Gerichtsgasse 3/2/3
A-1210 Wien

ZVR Zahl

244242330

DVR Nummer

0729922

Copyright

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