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...

Einführung:

Wohnen
für alle

Die BAWO Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe wurde 1991 als gemeinnütziger Verein gegründet mit dem Ziel als Dachverband die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in Österreich zu vernetzen, überregionale Aufgaben zu koordinieren und gezielte Öffentlichkeitsarbeit zur Bekämpfung und Beseitigung von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit zu leisten.

Die BAWO setzt verstärkt Impulse zur qualitativen Weiterentwicklung fachlicher Standards in der Wohnungslosenhilfe Österreichs, fördert Vernetzung der beteiligten AkteurInnen und Lernen an best practice Modellen, leistet fachlichen Austausch der MitarbeiterInnen von Wohnungslosenhilfeeinrichtungen und bringt ihre sozialpolitische Expertisen auch gegenüber AkteurInnen der Sozialverwaltungen ein. Durch die Mitgliedschaft und Mitwirkung bei der FEANTSA leistet die BAWO auch einen Beitrag zur europaweiten Vernetzung.

für
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  • Theresa
  • Mara
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  • Esteban
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  • Petar

Aktuelles:

Solidarität mit den autonomen Frauenhäuser in Salzburg und Hallein

Nach Jahren des Aufbaus fachlicher Gewaltschutzangebote und einer systematischen Unterstützung betroffener Frauen und Kinder, die bei der Bearbeitung und Bewältigung belastender bis traumatisierender Gewalterfahrungen begleitet wurden, ist es uns ein Anliegen, die Leistungen der Fachfrauen in Salzburg und Hallein zu würdigen und sie in ihrer Haltung gegen den Rückbau von Standards und Ressourcen zu unterstützen.

Wir freuen uns zwar einerseits über die politische Ankündigung der zuständigen Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS), ein flächendeckendes und ganzheitlich angelegtes Gewaltschutzkonzept für das Bundesland Salzburg aufbauen und qualitative Standards verwirklichen zu wollen, bedauern jedoch die konkrete Vorgangsweise, die wir für höchst kontraproduktiv halten und die u.E. eine positive Weiterentwicklung des Gewaltschutzes beeinträchtigen könnte.

Durch eine alternativlose Aussetzung bestehender Finanzierungsvereinbarungen und der Aufkündigung des Auftrags zur Durchführung von aktivem Gewaltschutz werden gewachsene Strukturen, vorhandene Netzwerke und fachliche Expertise zerstört. Damit wird die Autonomie von Frauenhäusern beschränkt und deren Unabhängigkeit gefährdet. Es steht zu befürchten, dass durch die angekündigte Lockerung der Anonymisierungsauflagen von Gewalt betroffene Frauen verunsichert werden, sodass sie behindert werden, sich aus dem Gewaltmilieu zu lösen und fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Unseres Erachtens ist die Ausschreibung ein Schlag gegen jene, die sie vorgibt zu schützen.

Eine offene und EU-weite Ausschreibung von sozialen Einrichtungen hat zudem potentielle Auswirkungen für den gesamten Sozialbereich. Zum einen werden über Angebote aus dem originär dem Gemeinwohl dienende und gemeinnützig angelegte Leistungen marktförmigen Dynamiken unterworfen, die in letzter Konsequenz sogar darauf hinauslaufen könnten, dass mit Gemeinwohlagenden privater Profit gemacht werden kann. Zum anderen werden dadurch große Träger, die über die notwendigen Ressourcen verfügen, potentiell bevorzugt und lokal gewachsene Initiativen benachteiligt. In letzter Konsequenz können Aufträge an gewinnorientierte Unternehmen vergeben werden. (Vergleiche dazu z.B. das Flüchtlingslager Traiskirchen, das von der Schweizer Firma ORS betrieben wird und einen jährlichen Überschuss als Dividenden an ihre Anleger*innen ausschüttet. Amnesty International hat zuletzt im Jahr 2015 ein „strukturelles Versagen“ und Verletzung selbst grundlegender Standards attestiert.)

Soll das die Zukunft der Frauenhäuser in Österreich sein?

Durch die Ausschreibung der Salzburger Frauenhäuser werden fachliche Expertise, hochwertige Standards und kritisches Denken dem freien Spiel des Marktes geopfert.

Für uns kann das nicht die Zukunft des Sozialbereiches sein. In diesem Sinne erklären wir uns solidarisch mit Anliegen und Standardvorschlägen der autonomen Frauenhäuser Österreichs und wünschen uns in der weiteren Vorgangsweise, auch wenn an der aktuellen Situation wohl nichts mehr zu retten ist, Transparenz, Offenheit und ein neues Miteinander in einem offenen Diskurs mit allen Beteiligten, sodass eine planmäßige Entwicklung von Standards und Ressourcen in einem so wichtigen Bereich wie dem Gewaltschutz im Bundesland Salzburg möglich wird.

Forum Wohnungslosenhilfe

Termine

Derzeit gibt es keine bekannten Termine.

Projekte

Wohnen für alle

Wohnen als zentrale
gesellschaftliche Herausforderung
der Zukunft

Österreich verfügt über ein komplexes System unterschiedlicher wohn- und sozialpolitischer Maßnahmen, die eine adäquate Wohnversorgung der Bevölkerung gewährleisten sollen. Wenngleich dieses System im internationalen Vergleich als Best-Practice-Beispiel Erwähnung findet und sich die Wohnqualität über die Jahre hinweg substanziell erhöht hat, zeigen Indikatoren wie die Kostenentwicklung, Verfügbarkeit, Überbelag oder die Inanspruchnahme von Angeboten der Wohnungslosenhilfe im zeitlichen Verlauf sehr deutlich, dass Wohnen auch in Österreich eine gesellschaftspolitische Herausforderung ist.

Neues Positionspapier

 

BAWO-Wohnen für alle

„Gemeinsam geht mehr. Wohnungslosigkeit verhindern und ‚Wohnen für alle‘ positiv vorantreiben.“ Das ist ein Motto der BAWO. Im erweiterten und adaptierten Positionspapier der BAWO finden sich aktuelle Positionen und Forderungen, um diesem Anspruch stärker gerecht zu werden.

Mit einem Vorwort von Leilani Farha und zahlreichen Stimmen aus unserem Netzwerk, von ExpertInnen aus Wohnbau, Wohnrecht, Wohnungswirtschaft, Sozialem, Wohnungslosenhilfe und Wissenschaft sehen wir unser Positionspapier nicht als Endpunkt unserer Netzwerk-Kooperation , sondern als Meilenstein auf dem Weg zu unserem Ziel “Wohnen für Alle”.

 

Aufruf an die Bundesregierung

Vom Krisenmanagement der Covid 19-Pandemie für die Zukunft lernen: Obdach- und Wohnungslosigkeit jetzt strukturell bekämpfen

Die BAWO hat Mitte März Sofortmaßnahmen vorgeschlagen, um die Situation für Menschen in einer Phase von Obdach- und Wohnungslosigkeit zu entschärfen (siehe https://bawo.at/aktuelles), und begrüßt, dass insb. folgende Maßnahmen umgesetzt wurden:

  • Maßnahmen zur Prävention von Wohnungslosigkeit, wie z.B. zur Vermeidung von Delogierungen (insb. Delogierungsstopp)
  • Maßnahmen, um ein Nächtigen auf der Straße zu vermeiden (insb. Verlängerung des Winterpakets, also des diskriminierungsfreien Zugangs zu Nächtigungsangeboten)
  • Maßnahmen, um das Einhalten der Covid 19 Maßnahmen in einer Phase von Obdach- und Wohnungslosigkeit zu ermöglichen (insb. erweiterte Öffnungszeiten der Notschlafstellen)

Allerdings ist anzunehmen, dass Obdach- und Wohnungslosigkeit aufgrund der derzeitigen Entwicklungen ansteigen werden. In den Folgejahren nach der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 hat sich die Kennzahl „registrierte Obdach- und Wohnungslosigkeit“ innerhalb von 5 Jahren um ein Drittel erhöht.[1]

Deshalb weist die BAWO die Bundesregierung darauf hin, dass nun umfassende Maßnahmen notwendig sind, um eine nachhaltige Verschlechterung der Lebensbedingungen von derzeit obdach- und wohnungslosen Menschen zu vermeiden, eine Chronifizierung der Notlage Wohnungslosigkeit zu verhindern und einem Anstieg der Anzahl von Betroffenen entgegenzuwirken. Dazu sind Maßnahmen in Bezug auf Wohnen, Gesundheit, Einkommen und Teilhabe notwendig.[2]

 

Härtefallfonds zur Wohnungssicherung

  • Wir schlagen vor, einen bundesweiten Härtefallfonds – analog zum Härtefallfonds für UnternehmerInnen – zu installieren, der für armutsgefährdete Menschen mit hoher Wohnkostenbelastung Zuschüsse gewährt. Die Statistik Austria hat 2019 in ihrer Publikation zu „Wohnen“ dargestellt, dass armutsgefährdete Haushalte im Durchschnitt 37% ihres Einkommens für Wohnen ausgeben und damit mehr als Doppelte der Gesamtbevölkerung.[3] Wir schlagen daher vor, dass Haushalte, die mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Wohnen ausgeben müssen und laut Definition der Statistik Austria armutsgefährdet sind, von diesem Härtefallfonds nicht rückzahlbare Zuschüsse in der Höhe von 50% für die Dauer von einem Jahr erhalten, um einen sonst drohenden Wohnungsverlust zu vermeiden. Der Zugang zu diesem Härtefallfonds muss unbürokratisch möglich sein und allen Mieterinnen und Mieter ohne Zugangsbeschränkungen offenstehen.

 

Wohnen

  • Menschen mit einem befristeten Mietvertrag haben eine geringe Wohnsicherheit. Unbefristete Mietverhältnisse sollten wieder die Regel, die Möglichkeit zu befristen als Ausnahme definiert werden.
  • Die Miethöhe ist wirksam zu begrenzen.
  • Instrumente der subjektiven Wohnbauförderung, z.B. Wohnbeihilfe, müssen so ausgebaut werden, dass Haushalten mit niedrigem Einkommen ausreichend Mittel für die Deckung des Lebensbedarfes übrigbleiben.
  • Instrumente der objektiven Wohnbauförderung im Bereich der Gemeinnützigkeit müssen ausgebaut werden, um das Angebot an leistbarem Wohnen zu erhöhen.
  • Restriktive Zugänge für Drittstaatenangehörige beim Zugang zum leistbaren (geförderten) Wohnbau, Wohnbeihilfe und Sozialhilfe (wie z.B. in OÖ) sind unmittelbar zu beseitigen.

 

Hilfen für obdach- und wohnungslose Menschen

  • Für alle Betroffenen ist der ganzjährige Ganztagesbetriebes von Notschlafstellen – mit adaptierten Standards zur Einhaltung von Abstands-, Schutz- und Hygienemaßnahmen – sicherzustellen und es sind ausreichend Tageszentren anzubieten.
  • Angebote im Bereich der mobilen psychosozialen Unterstützung (z.B. in Form des modellhaften Angebots von Housing First) müssen — ergänzt durch einen bedarfsdeckenden Zugang zu leistbarem Wohnen — ausgebaut werden.

Gesundheit und soziale Teilhabe

  • Eine niedrigschwellige Gesundheitsversorgung für alle Menschen, unabhängig von Versicherung, Erwerbsarbeitsmarktstatus und Staatsbürgerschaft ist sicherzustellen.
  • Das Recht auf Schutz vor Armut, Ausgrenzung und Wohnungslosigkeit sowie das Recht auf Wohnen sollen als vorrangige soziale Grundrechte in der Verfassung verankert werden.

 

Einkommen

  • Die Nettoersatzrate des Arbeitslosengeldes muss erhöht werden. Ein Arbeitsplatzverlust wird sonst zu einer existenzbedrohenden Krise.
  • Das Sozialhilfe-Grundsatzgesetz muss als erste und zentrale Ziele die Bekämpfung und Vermeidung von Armut sowie von sozialer Ausschließung formulieren. Die Mindestsicherung/Sozialhilfe ist auf ein armutsfestes Niveau anzuheben. Diskriminierende Regelungen müssen zurückgenommen werden und Staatsbürgerschaft, Aufenthalts- bzw. Meldedauern sowie Deutschkenntnisse o.ä. sollen keine Kriterien für den Anspruch darstellen.

 

In jeder Krise liegt auch die Chance auf Veränderung. Jetzt hat Bundesregierung die Möglichkeit, die Weichen zu stellen, um Obdach- und Wohnungslosigkeit nachhaltig zu bekämpfen. Jetzt gilt es „Wohnen für alle, leistbar, dauerhaft, inklusiv“ zu verwirklichen. Jetzt können wir gemeinsam für die Zukunft vorbauen und das Menschenrecht Wohnen verwirklichen.

 

Elisabeth Hammer

Obfrau der BAWO

 

Alexander Machatschke

Geschäftsführung der BAWO

Eine PDF-Version des Textes finden Sie hier

 

[1] 2008 waren 9.297 Menschen registriert obdachlos, der Höchstwert wurde 2013 mit 15.053 Menschen verzeichnet. Die Summe registriert obdach- und wohnungsloser Menschen lag 2008 bei 16.844 Menschen, im Jahr 2013 bei 24.459, im Jahr 2018 bei 22.741 Menschen.  BMASGK (2019a) S. 25.

[2] Umfassende Ausführungen sowie eine Kontextualisierung der Forderungen finden Sie im aktuellen BAWO Positionspapier, downloadbar unter: BAWO Positionspapier

[3]http://www.statistik.at/wcm/idc/idcplg?IdcService=GET_NATIVE_FILE&RevisionSelectionMethod=LatestReleased&dDocName=120883

Offener Brief der BAWO an die Stadt Graz

 

Änderungen beim Zugang zu Gemeindewohnungen in Graz

Stellungnahme zur Dringlichkeitsverfügung vom 27.03.2020

Ohne Wohnversorgung durch Gemeindewohnungen keine Prävention, Bekämpfung und Beseitigung von Obdach- und Wohnungslosigkeit in Graz

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Nagl,

sehr geehrter Herr Bürgermeisterstellvertreter Eustacchio,

sehr geehrter Herr Stadtrat Hohensinner!

Die BAWO als Dachverband der österreichischen Wohnungslosenhilfe in Österreich erlaubt sich, Ihnen eine Stellungnahme zur Dringlichkeitsverfügung vom 27.3.2020 in Bezug auf die Aussetzung des Punktesystems und Anhebung der Einkommensgrenzen bei den Grazer Gemeindewohnungen zu übermitteln.

Besonders in dieser krisenhaften Zeit ist es wichtig, Menschen dabei zu unterstützen nicht in Wohnungsnot zu geraten und jene, die in Wohnungsnöten sind, mit Wohnraum zu versorgen. Wir bedanken uns für die Berücksichtigung unserer Expertise

BAWO zu Corona

 

BAWO-Stellungnahme zu Maßnahmen wegen des Corona-Virus

BAWO: Dringende Maßnahmen für obdachlose Menschen aufgrund des Corona-Virus

Die BAWO wurde 1991 gegründet, mit dem Ziel als Dachverband die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in Österreich zu vernetzen, überregionale Aufgaben zu koordinieren und gezielte Öffentlichkeitsarbeit zur Bekämpfung und Beseitigung von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit zu leisten.

Um die weitere Ausbreitung des Corona-Virus einzubremsen ist es notwendig, dass alle Bürgerinnen und Bürger zu Hause bleiben, und ihre Wohnung nur für unbedingte Besorgungen verlassen; alle Sozialkontakte sollen auf ein Minimum reduziert werden.

Die BAWO weist darauf hin, dass die derzeitige Situation für Menschen, die von Obdach- oder Wohnungslosigkeit betroffen sind, besonders herausfordernd ist:

  • Das Leben auf der Straße und in Armut hat bei vielen betroffenen Menschen zu chronischen Erkrankungen und einem insgesamt schlechten Gesundheitszustand geführt.
  • Obdach- und wohnungslose Menschen sind generell mit Barrieren zum Gesundheitssystem konfrontiert (z.B. aufgrund von Stigmatisierung, keiner aufrechten Versicherung).
  • Obdachlosen Menschen fehlt die Möglichkeit, sich in eine eigene Wohnung zurückziehen zu können, um Sozialkontakte zu vermeiden.
  • Obdachlose Menschen haben keine Möglichkeit, sich ausreichend mit Gesichtsmasken, Desinfektionsmitteln u.a. auszustatten.
  • Obdachlose Menschen haben keine Möglichkeit, sich Vorräte anzulegen, um Sozialkontakte zu vermeiden.
  • Obdach- und Wohnungslosigkeit stellt eine krisenhafte Lebenssituation dar, aufgrund der bedeutend weniger individuelle Ressourcen zur Bewältigung der derzeitigen Situation zur Verfügung stehen.

Es braucht daher umfassende Maßnahmen, um diese besonders vulnerable Personengruppe zu schützen und eine weitere Verbreitung des Corona-Virus zu vermeiden.

 

 

Die BAWO schlägt folgende Sofortmaßnahmen vor:

  1. Obdachlosigkeit verhindern
  • Sofortige Aussetzung von Delogierungen. Ziel ist es Obdachlosigkeit nicht entstehen zu lassen.
  • Sofortige Aussetzung von Energie-Abschaltungen. Ziel ist es Menschen den Aufenthalt in ihrer Wohnung (mit Heizung, Kochmöglichkeit und Körperhygiene) zu ermöglichen.

 

  1. Obdachlosen Menschen ermöglichen, sich zurückzuziehen und Sozialkontakte zu vermeiden
  • Alle Notquartiere und alle Notschlafstellen nach Möglichkeit ganztägig offenhalten. Ziel ist, dass sich obdachlose Menschen nicht im öffentlichen Raum aufhalten müssen und ihre Sozialkontakte minimieren können.
  • Alle Winter-Notschlafstellen bis auf weiteres offenhalten und ganztägig betreiben. Ziel ist, dass sich obdachlose Menschen nicht im öffentlichen Raum aufhalten müssen und ihre Sozialkontakte minimieren können.
  • Zusätzliche Wohnmöglichkeiten (nach Möglichkeit Einzelräume) bereitstellen, um die Sozialkontakte zu reduzieren.
  • Vermehrtes Streetwork und andere herausreichende Arbeit, um Menschen, die nicht in Kontakt zu stationären Angeboten sind, zu erreichen und zu informieren.
  • Sensibilisierung der Sicherheitsorgane im Umgang mit obdachlosen Menschen. Prinzip: „Beraten statt Strafen“.
  • Alternative Formen der Versorgung mit warmen Mahlzeiten entwickeln, die engen Sozialkontakt vermeiden und trotzdem niederschwellig und möglichst flächendeckend sind.
  • Ausweitung der gratis WLAN-Hotspots und Bereitstellen entsprechender Bandbreite in Ballungszentren, um obdachlosen Menschen den fernmündlichen Kontakt mit Familienangehörigen zu ermöglichen.
  • Unterstützung der ehrenamtlichen HelferInnen in den Wärmestuben, auch durch Bereitstellung von (ehemaligen) Zivildienern.
  • Ausweitung der Angebote an Tageszentren für obdachlose Menschen, denen keine anderen Aufenthaltsmöglichkeiten offenstehen. Ziel ist, dass sich obdachlose Menschen nicht im öffentlichen Raum aufhalten müssen und ihre Sozialkontakte minimieren können.

 

  1. Ressourcen für die Wohnungslosenhilfe aufstocken
  • Aufstockung der personellen und finanziellen Ressourcen der Wohnungslosenhilfe, um den erhöhten Betreuungsaufwand aufgrund von gesundheitlichen, psychosozialen und persönlichen Krisen decken zu können.
  • Angebot alternativer Formen der psychosozialen Beratung und Betreuung, um Vereinsamung und sozialem Ausschluss entgegenzuwirken (Telefon- und/oder videounterstützt).
  • Bereitstellung ausreichender Schutzausrüstung für das Personal, um die Eigengefährdung zu minimieren.
  • Möglichkeiten der psychosozialen Unterstützung für das Personal insbesondere Supervisionen u.ä.  in Form von telefonischen und/oder video-geführten Gesprächen.
  • Mehr Angebote für Menschen, die von Gewalt betroffen sind. Beengte und prekäre Wohnverhältnisse führen zu erhöhtem Stress und mehr Gewalt. Es braucht daher einen Ausbau von Unterbringungsangeboten für diese Menschen, insbesondere von frauenspezifischen Angeboten.
  • Schulungen der MitarbeiterInnen (insbesondere Streetwork) in der Vermittlung von Gesundheitsthemen, gut aufbereitetes Informationsmaterial (mehrere Sprachen, leichter lesen und für AnalphabetInnen) und mehrsprachige/muttersprachliche Beratung.

 

  1. Barrieren im Zugang zum Gesundheitssystem aufgrund von Obdach- oder Wohnungslosigkeit abbauen
  • Zugang zu medizinischen Leistungen unabhängig von Krankenversicherung gewährleisten. Ziel ist es, dass auch Nichtversicherte medizinische Leistungen rechtzeitig in Anspruch nehmen.
  • Einen niederschwelligen Zugang zum Gesundheitssystem sicherstellen. Von Obdach- oder Wohnungslosigkeit betroffene Menschen sollen sich ohne Angst vor Stigmatisierung behandeln lassen können.
  • Unbürokratischen Zugang zu externen Diensten herstellen (Heimkrankenpflege, Heimhilfe). Ziel ist es, die Aufnahme von KlientInnen aus Krankenhäusern zu erleichtern und damit den stationären Gesundheitsbereich zu entlasten.
  • Psychiatrische Hilfsangebote für NutzerInnen der Wohnungslosenhilfe ausweiten.

 

  1. Notwendigkeit von Behördengängen einschränken
  • Behörden anweisen Fristen zu erstrecken, soweit dies möglich ist. Ziel ist es, die sozialen Kontakte einzuschränken und negative Folgen für KlientInnen zu verhindern. Dies betrifft insbesondere Kontakte zu AMS, Sozialhilfe-Stellen, Meldeämtern und Behörden, die mit fremden- und aufenthaltsrechtlichen Fragen beschäftigt sind.

 

Die BAWO appelliert an die Bundesregierung und an die Bundesländer, Gemeinden und Kommunen diese Bevölkerungsgruppe nicht aus unserem solidarischen System auszuschließen, sondern ihr ebenfalls den bestmöglichen Schutz zukommen zu lassen.

Diese Krise sollte Ansporn sein, nachhaltige, qualitativ hochwertige Angebote zu schaffen, um Wohnen für alle zu gewährleisten!

 

Elisabeth Hammer

Obfrau der BAWO

 

Alexander Machatschke

Geschäftsführung der BAWO

 

Die Stellungnahme der FEANTSA (Europäischer Dachverband der Wohnungslosenhilfe) finden sie hier: FEANTSA COVID-19

Wohnungslosigkeit in Klagenfurt

Mit diesem Bericht legen wir nun ein solides Datenmaterial vor, mit dem es möglich wird, adäquat auf die Bedürfnisse der Betroffenen zu reagieren. Wir freuen uns sehr, dass es weiters im Interesse der Stadt liegt, diese Studie jährlich durchzuführen. Damit wird nochmal mehr an Bewusstsein für die Betroffenen geschaffen und eine Verantwortung für Menschen in Wohnungsnot übernommen. Unsere Überlegungen und Interpretationen der Ergebnisse haben wir im Kapitel „Schlussfolgerungen und Empfehlungen aus der Sicht der BAWO“ zusammengefasst und wollen damit einen schlüssigen Weg für die Weiterentwicklung der Angebote für Menschen in Wohnungsnot weisen.

Das Projektteam: Cornelia Kössldorfer, Christian Beiser und Heinz Schoibl

Gemeinsames Projekt von BAWO und Statistik Austria zur Verbesserung der Datenlage zu Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit in Österreich

Im Kontext der Messung von Eingliederungsindikatoren zu Armut und Ausgrenzung in Österreich erhebt die Statistik Austria auch das Ausmaß der registrierten Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit. Dies erfolgt anhand einer Registerabfrage auf der Grundlage einer Liste von Adressen, an denen obdachlose bzw. wohnungslose Menschen temporär oder dauerhaft untergebracht bzw. via Hauptwohnsitzbestätigung als „obdachlos“ registriert sind. Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts von BAWO und Statistik Austria wurde die Datenbasis dieser Registerabfrage nach fachlichen Kriterien überprüft und korrigiert bzw. erweitert.

 

Das zentrale Projektergebnis ist eine überarbeitete Adressliste, die unter Einbindung der BAWO-Länderknoten rückwirkend für die letzten zehn Jahre aktualisiert und kategorisiert wurde. Anhand dieser Adressliste hat die Statistik Austria die Kennzahlen für die registrierte Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit in der Zeitreihe von 2008 bis 2018 neu berechnet. Die Ergebnisse wurden vor wenigen Tagen im Sozialministerium präsentiert, der Bericht zu den Eingliederungsindikatoren 2018 ist abrufbar unter folgendem Link: Eingliederungsindikatoren 2018

 

Der BAWO ging es in diesem Projekt um zweierlei: Zum einen eröffnete sich uns dadurch eine einzigartige Chance, einen qualifizierten fachlichen Beitrag zu leisten, um die Datenlage zu Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit in Österreich zu verbessern. Zum anderen war es uns ein Anliegen gleichzeitig auf die eingeschränkte Reichweite der statistischen Erfassung hinzuweisen, indem wir aufgezeigt und – anhand einer Verschränkung der Logik der Registerzählung mit derjenigen der ETHOS-Typologie – konzeptuell klar herausgearbeitet haben, welche Ausprägungen von Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit von der Abfrage abgedeckt werden, und welche nicht.

 

Aus Sicht der BAWO war das Projekt und die Zusammenarbeit mit der Statistik Austria ein Erfolg auf beiden Ebenen. Die mit den Eingliederungsindikatoren 2018 vorgelegten Daten zur registrierten Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit messen diese Phänomene so exakt wie nie zuvor. Was die statistisch „untererfassten“ Ausprägungen von Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit betrifft, wurde uns seitens der Statistik Austria zudem ermöglicht, dass ein speziell darüber angefertigter BAWO-Zusatzbericht zusammen mit dem eigentlichen Projektbericht ans Sozialministerium übermittelt wurde. Darin haben wir am Beispiel dreier Bundesländer (Vorarlberg, Salzburg, Wien) aufgezeigt, welche mit den ETHOS-Kategorien „Obdachlosigkeit“ und „Wohnungslosigkeit“ klassifizierten Wohnversorgungsprobleme von der Registerabfrage nicht erfasst sind, und in einer ersten Annäherung sichtbar gemacht, von welcher Größenordnung diese Dunkelfelder sind. Daran anknüpfend haben wir einige Überlegungen skizziert, wie sich die Datenlage zu Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit in Österreich aus unserer Sicht noch weiter verbessern ließe.

 

Die BAWO setzt sich auch weiterhin dafür ein, die Datenlage zu Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit zu verbessern. Denn die Ausrichtung von (politischen) Maßnahmen zur Verringerung von Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit wird besser nachvollziehbar und wirkungsvoller, wenn eine realistische Datenlage über das Ausmaß und die Ausprägung von Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit und prekärer Wohnversorgung vorliegt.

 

Zum einen ginge es darum, die Abdeckung der statistischen Erfassung von registrierter Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit zu erhöhen, indem die derzeit untererfassten Ausprägungen ebenfalls erhoben werden, um ein noch umfassenderes Bild dieser Phänomene zu liefern. Zum anderen ist aus unserer Sicht dringend angezeigt den Blick zu weiten auf verschiedene Formen mangelhafter Wohnversorgung („ungesichertes Wohnen“ und „ungenügendes Wohnen“ nach ETHOS), wie dies in Österreich bereits im Kontext einiger Wohnungslosen- und Wohnbedarfserhebungen geschieht (Salzburg, Vorarlberg; aktuell: Klagenfurt), jedoch ausgerollt auf Bundesebene. Ein Best Practice Beispiel dafür stellt die regelmäßige Darstellung der Betroffenheit in den nordischen Ländern dar. Die finnischen statistischen Zahlen zeigen beispielsweise, dass 65% der betroffenen Menschen temporär bei Familie oder Freunden unterkommen („couchsurfing“, versteckte Wohnungslosigkeit). Diese Personengruppe zu erfassen fördert, sie bei der Konzeption von (politischen) Maßnahmen und Unterstützungsangeboten stärker mitzudenken und insbesondere Maßnahmen für leistbares, dauerhaftes und inklusives Wohnen zu setzen.  Die finnischen Berichte sind online abrufbar unter folgendem Link: Homlessness in Finland

Leistbares Wohnen I

Mit dem Positionspapier “Wohnen für alle. Leistbar. Dauerhaft. Inklusiv.” (Downloadmöglichkeit der Langversion siehe unten) möchte die BAWO einen Beitrag für das Ziel „Wohnen für alle“ leisten und den Diskurs zu Leistbarem Wohnen stärker auf Menschen mit niedrigem Einkommen fokussieren.
Die seit November 2017 vorliegenden Unterlagen beruhen auf Inputs zahlreicher ExpertInnen aus den Feldern Wohnbau, Wohnrecht, Wohnpolitik sowie der Wohnungslosenhilfe, die u.a. in drei (mittlerweile sieben öffentlichen Workshops) ihr Wissen geteilt und die BAWO durch ihre rege Beteiligung wesentlich unterstützt und gestärkt haben.
Die Erstellung des Positionspapiers sie die Durchführung der Workshops fanden im Rahmen des Projekts „Wohnen für alle. Leistbar. Dauerhaft. Inklusiv.“ statt. Das Projekt wurde durch eine Förderung des Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz ermöglicht.

Was sich seit der Präsentation
des Positionspapiers Ende 2017
getan hat

 

Oberösterreich

Basierend auf dem Positionspapier hat 2018 in Oberösterreich ein Konkretisierungsprozess innerhalb der Wohnungslosenhilfe Oberösterreich begonnen. Die OÖ Wohnungslosenhilfe hat das generelle Positionspapier nun mit spezifischen Forderungen für Oberösterreich ergänzt:

Vorarlberg

Eine Untergruppe der ARGE WLH Vorarlberg hat im Frühjahr 2019, dem Beispiel Oberösterreichs folgend, ein Zusatzpapier zum BAWO-Positionspapier zu erstellen, bei dem relevante Strategien und Maßnahmen des Österreichpapiers auf Vorarlberg herunter gebrochen wurden.
Das Vorarlbergbezogene Ergänzungspapier ist am 10.05. 2019 im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt worden. Und am Nachmittag desselben Tages auf einem ARGE-internen Fachtag breit erörtet worden.

Leistbares Wohnen II Wohnen für alle

Anfang des Jahres bereits, am 30.01.2019, hat die BAWO zum Workshop „Leistbarkeit Konkret“, geladen. Auch dieser, der inzwischen sechste, Workshop hat den inhaltlichen Fokus auf die Wohnversorgung von Menschen mit niedrigem Einkommen gelegt und Aspekte in den Vordergrund gerückt, die in der aktuellen Debatte rund um Leistbares Wohnen bislang unterrepräsentiert sind.

Darüber hinaus wurde durch das interaktive Setting im Rahmen des Workshops Austausch und vernetztes Denken von ExpertInnen aus den Bereichen Wohnbau, Wohnrecht, Wohnwirtschaft und Wohnungslosigkeit vertieft und gestärkt.

Erfassung von Wohnungslosigkeit in Österreich: Status Quo und Perspektiven

Ein weiteres Highlight 2019 war der Workshop „Erfassung von Wohnungslosigkeit in Österreich: Status Quo und Perspektiven“, zu dem die BAWO am 29.03.2019 in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Sozialstatistik der Österreichischen Statistischen Gesellschaft in die Räumlichkeiten der Statistik Austria geladen hat.
Der Workshop fand im Rahmen des Projekts „Wohnen für alle. Leistbar. Dauerhaft. Inklusiv. II“ statt – als siebente Veranstaltung der BAWO Workshop-Reihe – mit dem Ziel ergänzende Grundlagen für ein aktualisiertes BAWO-Positionspapier zu erarbeiten.
Die Veranstaltung wurde durch eine Förderung des Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz sowie des FSW ermöglicht.
Auch das Projekt Wohnen für alle II  wurde durch eine Förderung des Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz ermöglicht.

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Wohnungslosigkeit:

Definitionen

Begriffsdefinitionen von
Obdachlosigkeit,
Wohnungslosigkeit und
prekärer Wohnversorgung

Die folgenden Definitionen entstammen der Europäischen Typologie von Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit und prekärer Wohnversorgung (ETHOS – European Typology on Homelessness and Housing Exclusion, veröffentlicht 2005). Diese Definitionen werden von der BAWO standardmäßig verwendet.

Obdachlosigkeit

Als obdachlos gelten Menschen, die auf der Straße leben, an öffentlichen Plätzen wohnen, ohne eine Unterkunft, die sich in Verschlägen, Parks oder unter Brücken etc. aufhalten.

Obdachlos sind aber auch Menschen in Notunterkünften, die keinen festen Wohnsitz haben und in Wärmestuben, Notschlafstellen oder anderen niederschwelligen Einrichtungen übernachten.

Wohnungslosigkeit

Als wohnungslos gelten Menschen, die in Einrichtungen wohnen, in denen die Aufenthaltsdauer begrenzt ist und in denen keine Dauerwohnplätze zur Verfügung stehen, wie z.B. Übergangswohnheime, Asyle und Herbergen, aber auch Übergangswohnungen.

Auch Frauen und Kinder, die wegen häuslicher Gewalt ihre Wohnung verlassen haben und kurz- bis mittelfristig in einer Schutzeinrichtung beherbergt sind, wie z.B. in Frauenhäusern, sind wohnungslos.

Wohnungslos sind auch ImmigrantInnen und AsylwerberInnen, die in Auffangstellen, Lagern, Heimen oder Herbergen wohnen, bis ihr Aufenthaltsstatus geklärt ist sowie AusländerInnen mit befristeter Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, die Gastarbeiterquartieren leben.

Eine weitere Gruppe Wohnungsloser ist die von Menschen, die aus Institutionen entlassen werden, z.B. Gefängnissen, Spitälern, Heilanstalten und Jugendheimen. Diese Menschen bleiben weiter hospitalisiert, weil häufig keine oder nicht rechtzeitig Vorkehrungen zur Entlassung getroffen wurden und zum Zeitpunkt der Entlassung kein Wohnplatz zur Verfügung steht. Ganz junge Erwachsene fallen oft nicht mehr unter die Jugendwohlfahrt, bleiben aber weiterhin im Heim, weil keine andere Wohnmöglichkeit zur Verfügung steht.

Letztlich gelten auch Menschen, die in Dauereinrichtungen für Wohnungslose wohnen, oder sich in ambulanter Wohnbetreuung in Einzelwohnungen befinden, als wohnungslos.

Ungesichertes Wohnen

Menschen, die temporäre Unterkunft bei Freunden, Bekannten oder Verwandten finden ohne einen Hauptwohnsitz zu haben oder ohne Rechtstitel (also ein vertragliches Mietverhältnis), und die vom guten Willen anderer Menschen abhängig sind, sowie solche, die durch illegale Land- oder Hausbesetzung zu Wohnraum kommen, leben in ungesicherten Wohnverhältnissen.

Auch Menschen, die von Delogierung bedroht sind, also für deren Wohnung ein gerichtliches Verfahren zur Auflösung des Wohnverhältnisses eingeleitet ist, für die schon ein Gerichtsbeschluss zur Delogierung vorliegt oder auch Menschen in Eigenheimen, für die ein Räumungsbefehl an die Exekutionsabteilung ergangen ist, leben in ungesicherten Wohnverhältnissen.

Ungesicherte Wohnverhältnisse gelten auch für Menschen, die in ihren Wohnungen von Gewalt bedroht sind, indem sie trotz Polizeischutz und Wegweisungsbeschluss gegen den Täter vor Gewalt nicht sicher sind.

Ungenügendes Wohnen

Als ungenügendes Wohnen wird betrachtet, wenn Menschen in Behausungen leben, die für konventionelles Wohnen nicht gedacht sind, die notdürftig zusammengebaut oder wie Wohnwägen und Zelte nur als vorübergehend bewohnbar konzipiert sind. Zu solchen Wohnprovisorien zählen auch Garagen, Keller, Dachböden, Abbruchhäuser etc.

Ungenügendes Wohnen bezeichnet auch das Leben von Menschen in Gebäuden, die für Wohnzwecke gesperrt oder ungeeignet sind, die kurz vor einem Abbruch stehen oder die durch die Bauordnung als ungeeignet klassifiziert wurden, wie z.B. eine Hausbesetzung von Abbruchgebäuden.

Menschen die in überfüllten Räumen wohnen sind ebenso von ungenügenden Wohnverhältnissen betroffen. Das Wohnen in Räumen, die entgegen den Mindestanforderungen völlig überbelegt sind und von mehr Menschen als zulässig bewohnt werden, gilt ebenfalls als ungenügendes Wohnen.

BAWO Festschrift „Wohnungslosenhilfe von A bis Z“

Die BAWO Festschrift “Wohnungslosenhilfe von A bis Z” (2012) gewährt Einblick in die Problemlage Wohnungslosigkeit sowie in die zentralen Aufgabenstellungen und Perspektiven der sozialen Arbeit für die Zielgruppe wohnungsloser bzw. von Wohnungsnot betroffener Menschen. Der Sammelband, mit alphabetisch geordneten Kapiteln von A wie Armut bis Z wie Zielgruppen, beinhaltet eine Fülle an Informationen über den aktuellen Stand der Wohnungslosenhilfe in Österreich. Die Publikation ist nun auch online auf der Homepage zugänglich: Zur BAWO Festschrift “Wohnungslosenhilfe von A bis Z”

Frauen

Frauen versuchen, Wohnungslosigkeit zu vermeiden, beziehungsweise entstandene Wohnungslosigkeit verdeckt zu leben und ihre Notlage zu verbergen. Diese “verdeckte Wohnungslosigkeit”.

Wiener Frauenarbeitskreis der BAWO

Seit 2001 gibt es den Wiener Frauenarbeitskreis der BAWO mit dem Ziel, die Hilfsangebote der Wiener Wohnungslosenhilfe frauengerecht zu gestalten und an den Bedürfnissen von Frauen zu orientieren.

Der Wiener Frauenarbeitskreis hat unter genderspezifischen Gesichtspunkten im November 2003 frauengerechte Standards entwickelt, die den speziellen Bedürfnissen wohnungsloser Frauen entsprechen, sowie im Dezember 2013 ein Positionspapier zu frauengerechten Standards für Housing First fertiggestellt.

Im Mai 2014 ist dazu eine erweiterte Fassung mit dem Titel “…wie schläft die Marie? Frauengerechte Qualitätsstandards in der Wohnungslosenhilfe inklusive Positionspapiere Housing First und niederschwellige Notunterbringungen für Frauen” (2. erweiterte Auflage) veröffentlicht worden.

Vernetzungstreffen Österreich

Jährlich findet im Rahmen der Fachtagung der BAWO auch ein österreichweites Vernetzungstreffen frauenspezifischer Wohnungsloseneinrichtungen statt.

Seit 2016 findet zudem regelmäßig “Maries’ Stammtisch” statt (Einladungen siehe Termine auf der BAWO Homepage).

Wir über uns:

Vorstand

Christian Beiser

Obfrau Stv.

Caritas Vorarlberg, Existenz & Wohnen, Reichsstraße 173, 6800 Feldkirch

Renate Kitzman

Kassierin Stv.
BAWO , Gerichtsgasse 3/2/3, 1210 Wien

Heinz Schoibl

freiberuflicher Sozialwissenschafter, Schwerpunkt: soziale Infrastruktur
Helix - Forschung und Beratung, Franz Josef-Straße 3, 5020 Salzburg

Der Vorstand setzt sich aus VertreterInnen der Mitgliedseinrichtungen der Wohnungslosenhilfe zusammen, die VertreterInnen repräsentieren die einzelnen Bundesländer in der Plattform Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe BAWO. Die Vorstandsmitglieder sind überwiegend ausgebildete SozialarbeiterInnen in Führungspositionen und/oder langjährige einschlägige MitarbeiterInnen mit wissenschaftlicher Ausbildung. Zudem sind SozialwissenschaftlerInnen und Juristen für Forschungsaufgaben zuständig.

Die LänderrepräsentantInnen stehen gerne für Fragen zu Wohnungsnot und Wohnungslosenhilfe in den Bundesländern zur Verfügung.

Hauptansprechperson für Pressekontakte ist BAWO Obfrau Elisabeth Hammer, sie hilft bei Medienanfragen gerne weiter.
Telefon: +43 (0) 699 1 952 04 56
Email: elisabeth.hammer@neunerhaus.at

Im Rahmen der BAWO-Generalversammlung am 28.11.2019 in Wien wurde der Vorstand neu gewählt und besteht aktuell aus 17 Mitgliedern bzw. LändervertreterInnen.

Kontakt

BAWO

Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe
Gerichtsgasse 3/2/3
A-1210 Wien

Erreichbarkeit

Mo bis Do von 9 – 12 Uhr
Mi von 13 – 16 Uhr

Kontakt

Susanne Fleck-Pratscher und Alexander Machatschke

Tel/Fax

+43 (0) 1 / 81 27 202

Mobil

+43 (0) 680 / 21 28 503

Website

ZVR Zahl

244242330

!ACHTUNG! Neue Bankdaten

Erste Bank

BLZ

20111

Kontonummer

84267128400

IBAN

AT82 2011 1842 6712 8400

SWIFT-BIC

GIBAATWW

Verein

Die BAWO Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe wurde 1991 als gemeinnütziger Verein gegründet mit dem Ziel als Dachverband die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in Österreich zu vernetzen, überregionale Aufgaben zu koordinieren und gezielte Öffentlichkeitsarbeit zur Bekämpfung und Beseitigung von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit zu leisten.

Die BAWO setzt verstärkt Impulse zur qualitativen Weiterentwicklung fachlicher Standards in der Wohnungslosenhilfe Österreichs, fördert Vernetzung der beteiligten AkteurInnen und Lernen an best practice Modellen, leistet fachlichen Austausch der MitarbeiterInnen von Wohnungslosenhilfeeinrichtungen und bringt ihre sozialpolitische Expertisen auch gegenüber AkteurInnen der Sozialverwaltungen ein. Durch die Mitgliedschaft und Mitwirkung bei der FEANTSA leistet die BAWO auch einen Beitrag zur europaweiten Vernetzung.

Die BAWO hat österreichweit 52 Mitgliedsorganisationen und – mit zusätzlichen 81 persönlichen Mitgliedern – eine immer größere Reichweite. Die breite Mitgliedschaft fördert und unterstützt den Wunsch nach Vernetzung und Koordinierung der Aktivitäten der Wohnungslosenhilfe in ganz Österreich. Das Mitwirken der Mitglieder schafft im Verein einen sehr hohen Anteil an der Weiterentwicklung und Professionalisierung der Wohnungslosenhilfe.

In der Generalversammlung 1998 wurde ein Grundsatzprogramm beschlossen.

Die BAWO Generalversammlung konstituiert sich laut Vereinsstatuten alle zwei Jahre. In der Generalversammlung am 30. November 2017 in Wien wurden von den Mitgliedern der Vorstand neu gewählt und die aktualisierten Statuten beschlossen.

Ausgehend von der BAWO Klausur 2018 arbeitete der Vorstand im letzten Jahr an einer Adaptierung des BAWO Leitbilds. Dieses liegt jetzt in aktualisierter Form vor: zum Leitbild 2019.

Der Verein hat die ZVR Zahl: 244242330.

 

Den Antrag auf Mitgliedschaft finden Sie hier. Bitte senden Sie den vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Antrag an office@bawo.at

Mitglieder

Verein Impulse (ehemals AWOL) - Hilfe für Menschen ohne Arbeit und Wohnung (Klagenfurt)

Fortbildung / Fachtagung

 

BAWO Fachtagung 2020: vom 27.-29. Oktober

Die BAWO-Fachtagung 2020 legt den Schwerpunkt auf „Solidarität und Zukunft des Sozialstaates und greift neben dem Thema „Corona – lessons learned?!” – zur Frage der Auswirkungen von Covid-19 auf die Wohnungslosenhilfe – auch ein breites Themenspektrum der Wohnungslosenhilfe auf. Aufgrund der andauernden Pandemie kann die Fachtagung dieses Jahr leider nur in einer Online-Form abgehalten werden.

Link

Archiv

Di, 20. Oktober 2020

Marie’s Stammtisch

Der Wiener Frauen Arbeitskreis der BAWO lädt ein zu

„MARIE´S STAMMTISCH“

worum geht´s:

um einen Abend voller Frauenpower, Austausch, Networking, Wiedertreffen und Kennenlernen, interessanter und anregender Gespräche und nicht zuletzt um Spaß von Kolleginnen aus der Wohnungslosenhilfe und anderen sozialen Bereichen

Alle Informationen findet Ihr hier

Mi, 26. Feber 2020

Umfrage der FEANTSA zu “Harm Reduction”

Einladung zur UMFRAGE zu Harm Reduction (Schadensminderung) für von Wohnungslosigkeit betroffene Menschen

FEANTSA führt derzeit eine europaweite Umfrage zu Schadensminderung (engl. ‚Harm Reduction‘) -Unterstützungsangeboten für von Wohnungslosigkeit betroffene Menschen durch >> Link zur Umfrage: https://www.surveymonkey.com/r/JFBZL59 .

Das Ausfüllen dauert nur 10 Minuten und Ihr Beitrag ermöglicht uns mehr darüber zu erfahren, welche Unterstützungsangebote es derzeit für von Wohnungslosigkeit betroffene Menschen gibt. Die Ergebnisse werden in die Entwicklung von Good Practice-Standards einfließen, die in den kommenden Monaten gemeinsam von Einrichtungen der Wohnungslosen- sowie der Suchthilfe entwickelt werden.

Mehr Info über das Projekt ‚Harm Reduction 4 homelessness‘ finden Sie hier. Bei Fragen zur Umfrage oder zum Projekt wenden Sie sich bitte an die Projektkoordinatorin Ruth Kasper (FEANTSA).

Di, 01. Dezember 2020

8. Tag der Wohnungsnot Salzburg

ACHTUNG! ACHTUNG! ACHTUNG!

Aufgrund der derzeitigen Lage ist die untenstehende Veranstaltung abgesagt. Einen etwaigen Ersatztermin werden wir rechtzeitig bekanntgeben.

ACHTUNG! ACHTUNG! ACHTUNG!

 

Das Forum Wohnungslosenhilfe lädt ein

8. Tag der Wohnungsnot am 31.3.2020, 13 – 17 Uhr

Borromäum, Gaisbergstr. 7

Anmeldung bitte bis 25.03.2020 unter: p.geschwendtner@soziale-arbeit.at

„WOHNEN FÜR ALLE ist umgesetzt! Wohnungslosigkeit und Wohnversorgungskrisen sind beendet! Woran haben Sie das bemerkt? Was war Ihr Beitrag dazu?“

Die Ergebnisse der Wohnbedarfserhebung 2019 dienen als Ausgangslage zur Diskussion zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen für die Sozial-/Wohnpolitik, die wir entlang der Kernaussagen und –forderungen, die im neuen Positionspapier der BAWO „WOHNEN FÜR ALLE • LEISTBAR • DAUERHAFT • INKLUSIV“[1] für die Bundespolitik formuliert sind, gestalten wollen, um mit Ihnen / Euch als Netzwerk aus Wohn- und Sozialpolitik, Wohnungswirtschaft und Wohnungslosenhilfe, Wohnbau und Wohnforschung, Raumplanung und Architektur eine salzburgspezifische Adaptierung zu erarbeiten.

[1]  Siehe dazu: BAWO Positionspapier

 
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Impressum

Medieninhaberin, Herausgeberin, inhaltliche und redaktionelle Verantwortung

BAWO
Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe
Gerichtsgasse 3/2/3
A-1210 Wien

ZVR Zahl

244242330

DVR Nummer

0729922

Copyright

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