Gesundheit

Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe sehen sich zunehmend mit Personen konfrontiert, die an psychiatrischen Erkrankungen leiden. Klassische Wohnungslosenhilfeeinrichtungen sind konzeptionell nicht auf diese KlientInnengruppe ausgerichtet und daher oft mit der Betreuung überfordert. Besonders häufig in der Wohnungslosenhilfe anzutreffen sind Menschen mit so genannten Doppeldiagnosen, dies bedeutet, dass zu der psychiatrischen Diagnose zusätzlich noch ein Suchtverhalten besteht. Diese Menschen sind auch meist Drehtürpatienten in den psychiatrischen Kliniken. In den extramuralen psychosozialen Betreuungseinrichtungen finden sie häufig wegen der Suchterkrankung keine Aufnahme, wenn doch, fallen sie meist aufgrund ihres Verhaltens wieder aus den hochschwelligen Angeboten heraus. Als Folge dieser Problematik stehen diese Menschen dann auf der Straße und werden so zum Klientel der Wohnungslosenhilfe.

Die Vernetzungsgruppe thematisiert also die Möglichkeiten im Umgang mit Menschen, die aufgrund ihrer psychiatrischen Erkrankung und ihres Verhaltens nicht in der Lage sind spezialisierte Betreuungsangebote in Anspruch zu nehmen und so zum Klientel der Wohnungslosenhilfe werden.
Um eine Betreuung dieser Zielgruppe im Bereich der Wohnungslosenhilfe zu gewährleisten ist eine Adaptierung der Konzepte und Arbeitsweisen in den Einrichtungen unumgänglich. Zentrale Punkte hierbei sind die Schulung der Mitarbeiter und ein einfacher Zugang zu fachärztlicher Betreuung.

Grundsätzlich ist anzunehmen, dass jede Wohnungslosenhilfeeinrichtung bereits mit psychisch kranken Menschen arbeitet und daher auch schon viele Wege zum Umgang mit der Problematik beschritten werden. Der Sozialverein B37 in Linz hat sich mit dem PSWB (Psychosoziales Wohnheim Bethlehemstraße) auf diese Zielgruppe spezialisiert.

BAWO Festschrift "Wohnungslosenhilfe von A bis Z"
Beitrag X_X’sundheit (Barbara Zuschnig & Andreas Graf)

Kontakt:
Thomas Wögrath
Leiter PSWB
0732 778682-43